Margret Härtel will eine Straße in Hanau nach Helmut Kohl benennen.
+
Margret Härtel will eine Straße in Hanau nach Helmut Kohl benennen.

Hanau

Keine Straße für Helmut Kohl in Hanau

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Hanaus ehemalige Oberbürgermeisterin, Margret Härtel (CDU), wirbt dafür, eine Straße nach Helmut Kohl zu benennen. Doch der Ortsbeirat ist anderer Meinung.

In Hanau soll eine Straße nach dem im Juni 2017 verstorbenen Alt-Kanzler Helmut Kohl benannt werden - das fordert erneut die ehemalige Oberbürgermeisterin Margret Härtel (CDU). Die Chance, dass eine kleine Straße den Namen des „großartigen Europäer“ und „Wiedervereinigungskanzler“ im Neubaugebiet Pioneer Park trägt, ist aber vertan.

In einem offenen Brief begründet Härtel über drei Seiten ihr Ansinnen mit den politischen Großtaten Kohls, der von 1982 bis 1998 die Republik regierte. Dass diesem Mann im kleinen Stadtteil Wolfgang nur mit einer Zufahrt zu Reihen- und Einfamilienhäusern hätte gedacht werden soll, hat Härtel „mehr als irritiert“. Ihrer Auffassung nach müsste es schon eine der breiten, bis zu vier Spuren weiten Straßen in der City sein, so eine wie nach Willy Brandt in den 90er Jahren benannt wurde. Härtel merkt an, dass in Hanau auffällig viele Straßen und Plätze Namen von Sozialdemokraten tragen. Christdemokraten seien zudem nicht an den prominenten Orten zu finden. Das ist in der SPD-Hochburg nicht von der Hand zu weisen. Die Konrad-Adenauer-Straße etwa ist zwar lang, führt aber nur durch ein Wohngebiet.

Aber auch andere Städte fassen eine Kohl-Straße mit spitzen Fingern an, auch weil Streit mit den Anwohnern droht - sogar in den einst von Kohl als „blühenden Landschaften“ bezeichneten Osten, wie etwa der „Spiegel“ knapp ein Jahr nach seinem Tod berichtet. Kohl ist für viele Bürger mutmaßlich kein Sympathieträger, und mit dem Parteispendenskandal oder der Leuna-Affäre hat sich ein großer Schatten über ihn gelegt.

Doch deswegen hat der Ortsbeirat sich beim Pioneer Park nicht dagegen entscheiden. Neben Kohl sollten noch zwei bekannte Politiker die Straßenschilder schmücken. Laut Ortsvorsteher Rainer Dunkel (SPD) unterlag das Vorhaben der Frauenquote bei der Straßenbenennung. Vielleicht hätte auch Kohls zweite Ehefrau Maike Richter zu dem Ort ein Veto eingelegt, sie gilt als strenge Nachlassverwalterin.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare