Sie lieben ihre Schule: Vor zwei Wochen demonstrierten Kinder und Jugendliche vor dem Rathaus.
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Hanau Schulen

Kaum Unterstützer für TGS

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Die Hanauer CDU setzt sich für eine Förderstufe ein und widerspricht damit der Position ihrer Landespartei. Die BfH schlägt ein Schulzentrum Lamboy vor.

Am Schluss waren sich alle einig: Über die Zukunft der Tümpelgartenschule im Lamboy soll im nächsten Jahr weiter diskutiert werden. Anfang März 2014 wollen die Stadtverordneten darüber entscheiden, ob der Realschul- und Hauptschulzweig sowie die Förderstufe in den nächsten Jahren auslaufen sollen, so dass nur noch die Grundschule übrig bleibt.

Die Diskussion vor diesem Beschluss am Montagabend hatte manche Überraschung gebracht. So schwang sich die CDU zur Verfechterin einer Förderstufe auf – und widersprach damit der Position ihrer Landespartei. Und Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) gab im Streit mit der CDU über eine zweite Integrierte Gesamtschule (IGS) zu: „Die alten Schülerzahlen sind überschätzt worden.“ Heute würde er „manche Entscheidung anders treffen“.

Hintergrund ist, dass die Stadt Hanau noch vor drei Jahren in der jetzt zur Disposition stehenden Tümpelgartenschule (TGS) eine IGS einrichten wollte und dafür sogar, nachdem das CDU-geführte Land das verweigert hatte, vor Gericht gegangen war. Erfolglos.

Man habe der TGS „Großes versprochen und auf einmal soll die Sekundarstufe 1 geschlossen werden“, sagte Isabelle Münch (CDU) – und bekam dafür Applaus von den rund 30 Eltern, Lehrern und Schülern der TGS, die auf den Zuschauerstühlen saßen und deutlich machen wollten, dass sie für ihre Schule kämpfen. In ihrem Kampf können sie aber auch nicht auf die CDU setzen. Denn auch Münch sprach sich nicht dafür aus, die TGS vollständig zu erhalten. Sie forderte lediglich eine ausführliche Diskussion, genaue Zahlen und Analysen sowie den grundsätzlichen Erhalt einer Förderstufe und der SchuB-Klassen, die die Ausbildung in Hauptschule und Betrieb verbinden. An der TGS existiert die einzige Förderstufe in Hanau.

Zuschauer müssen ruhig sein

Im vollen Interesse der Zuschauer sprach eigentlich nur Jochen Dohn (Linke). Er warf den anderen Fraktionen vor, der TGS die Zukunft zu nehmen und äußerte die Befürchtung, dass in Hanauer Haupt- und Realschulen in Containern unterrichtet werden müsse, wenn „2019/20 die Schülerzahlen wieder ansteigen“. Außerdem warf er einen Blick in die Vergangenheit und fragte, wieso es im Lamboy überhaupt zwei Haupt- und Realschule so nah beieinander gebe. Doch nur deswegen, sagte Dohn, weil vor zehn Jahren nicht das Gymnasium (Karl-Rebein-Schule), sondern die Hauptschule vom Schlossplatz in den Lamboy ziehen musste. So wurde damals das Schulzentrum Hessen-Homburg geründet, nur wenige hundert Meter von der Tümpelgartenschule entfernt, die im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

Ihrer Zustimmung konnten die Zuschauer aber keinen Ausdruck mehr geben. Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (SPD) hatte sie zuvor angewiesen, sich völlig ruhig zu verhalten.

Eine neue Idee brachte Dorothea Stübing (BfH), die einst selbst Leiterin einer Hanauer Schule war, in die Diskussion ein: ein gemeinsames Schulzentrum Lamboy. Dort könnten TGS und Schulzentrum Hessen-Homburg kooperieren – was sie nach Ansicht Stübings schon längst hätten tun sollen. Den Zuschauern sagte Stübing, sie sollten „Zeit und Engagement“ lieber in die Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes stecken als „in den Kampf um den Erhalt der Mittelstufe“.

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