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Das Hanauer Heinrich-Fischer-Bad in Vor-Corona-Zeit: Schwimmflügel sind kein Ersatz für Schwimmunterricht. Foto: Monika Müller
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Das Hanauer Heinrich-Fischer-Bad in Vor-Corona-Zeit: Schwimmflügel sind kein Ersatz für Schwimmunterricht.

Hanau / Nidderau

Kaum Schwimmkurse in Hanau und Nidderau

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Wegen Corona gab es kaum Schwimmkurse. Der Rückstand ist durch die Vereine kaum aufzuholen, die Nachfrage bei Eltern anhaltend hoch.

Corona ist nicht allein zum Synonym etwa für geschlossene Läden oder Lokale geworden, sondern steht auch für mehr Nicht-Schwimmer. Bis zu den Sommerferien konnten etwa in Hanau und Nidderau kaum bis keine Kurse laufen. Viele Eltern setzen daher offenbar ihre Hoffnung auf den Herbst. Sputen beim Anmelden ist angesagt, denn nicht selten sind sogar die Wartelisten wegen der enormen Nachfrage geschlossen. Bereits 2018 ermittelte die DLRG in einer Umfrage, dass knapp 60 Prozent aller in Deutschland lebenden Kinder unter zehn Jahre nicht oder nur unzureichend über Wasser können. Im Mai gab die DLRG bekannt, dass wegen der pandemiebedingten Lockdowns in Hessen ein kompletter Schülerjahrgang keinen Schwimmunterricht haben konnte - rund 75 000 Kinder.

„Wir haben derzeit eine gigantische Nachfrage bei den Anfängerkursen“, sagt Jana Berndt, zweite Vorsitzende der DLRG Nidderau. Mit den bisherigen Voraussetzungen mit einer Bahn im Hallenbad am Montagabend seien die Kursangebote nicht möglich. Zeit und Bahn würden allein schon dafür benötigt, um die alle zwei Jahre nötige Zertifizierung der Rettungsfähigkeit der DLRG-Schwimmer aufzufrischen, sagt Berndt. Nicht nur für hiesige Einsätze. In den Ferien schieben die Nidderauer DLRG-Aktiven auch Aufsicht an den Badestränden von Nord- und Ostsee, heißt es.

Um den Schwimmunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene wie in der Vor-Corona-Zeit bewerkstelligen zu können, „benötigt die DLRG das Freibad ab 18 Uhr komplett“, sagt Berndt. Für Bürgermeister Andreas Bär (SPD) ist das derzeit nicht einzulösen. „Schwimmen lernen ist wichtig, aber dann würden sich die anderen Badegäste bei mir melden“, sagt er.

Die Forderung von CDU und FWG nach freiem Eintritt für Kinder, damit diese zumindest ihre vorhandene Schwimmfähigkeit erhalten und verbessern können, hält Bär hingegen für „unerfüllbar“. Der Antrag hätte für die Stadt einen Verlust von 50 000 Euro und mehr Aufwand an der Kasse bedeutet. Für den CDU-Antrag fand sich, trotz eines dramatischen Appells, keine Mehrheit.

Bär sagte der FR, dass in den kommenden Tagen im Gespräch mit der DLRG eine Lösung gefunden werden soll, damit der Unterricht nach den Ferien stattfinden kann. Wer unterdessen sein Kind nach Hanau zu einem Schwimmkurs schicken will, kann Erfolg haben, muss jedoch ebenfalls warten können. Dort bietet ein privater Anbieter und die DLRG Hanau Unterricht. Laut Bäder-Geschäftsführer Uwe Weier können zwischen Anmeldung und erstem Wasserkontakt teilweise bis zu acht Wochen vergehen. Die DLRG hatte jedoch in diesem Jahr noch keine Kurse gehalten. 2020 musste wegen des Lockdowns ein Kurs ein halbes Jahr unterbrochen werden, da sei man gerade wieder bei Null angefangen, so Vorsitzender Simon Reul. Nach den Ferien wird es einen Seepferdchen-Kurs geben - der ist bereits ausgebucht. „Bei uns beträgt die Wartezeit bei den Kinderkursen knapp ein Jahr, bei den erwachsenen Anfängern rund ein halbes Jahr“, sagt Reul. Die gestiegene Nachfrage sieht er bei der Hanauer DLRG nicht allein im Aufstau wegen Corona oder im vermehrten Wunsch, Schwimmen zu lernen. „Wir spüren, dass im Umland Bäder geschlossen wurden“, sagt er.

Wegen der Warnung der DLRG im Mai vor der Generation Nicht-Schwimmer hat sich auch der Hessische Landtag mit dem Thema beschäftigt. Anträge zur künftigen Sicherung des Schwimmunterrichts an Schulen (FDP) und freiem Bädereintritt in diesem Sommer (Die Linke) fanden jedoch keine Mehrheit.

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