vFarbenprächtige Stelzenläuferinnen gehören ebenso zur Karibischen Nacht wie echte Sambatänzerinnen.
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vFarbenprächtige Stelzenläuferinnen gehören ebenso zur Karibischen Nacht wie echte Sambatänzerinnen.

Hanau

Karibische Nacht lässt Kassen klingeln

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Tausende strömen am Samstag bei tropischen Temperaturen zum Shoppen und Genießen in die City. Veranstalter, Gewerbetreibende und Gäste zeigen sich allesamt zufrieden.

Wer an einem solchen Nachmittag und Abend nicht öffnet, dem ist nicht zu helfen. Das sagt Ulrike Wehrhahn, Inhaberin der „Lederschatulle“ in der Fahrstraße, an die Adresse ihrer Kolleginnen und Kollegen aus Handel, Gewerbe und Dienstleistung, die bei der verkaufsoffenen Nacht nicht mitmachen. Und sie zeigt die Belege der Lederwaren, die sie bereits zusätzlich an den Mann oder an die Frau brachte. „Man muss doch mitmachen, man muss doch Präsenz zeigen“, ist sie überzeugt. Seit 61 Jahren gibt es die „Lederschatulle“ in Hanau. Und schon am frühen Abend ist sie hochzufrieden. Ja, in Zeiten des Onlinehandels muss der Einzelhandel fantasievoll sein und sich etwas einfallen lassen, meint sie. Und zwar gemeinsam.

Es ist „Karibische Nacht“ in der Hanauer Innenstadt: verkaufsoffen bis 23 Uhr, Livemusik an allen Ecken, Samba-, Salsa-, Calypso und Reggaeklänge. Und am Samstag ist das Klima auch noch passend tropisch. Besser geht’s gar nicht. Bei den Klängen, Geschmäcken, Düften und Temperaturen mag sich mancher an eine gewisse Rum-Werbung erinnert fühlen. Fehlt nur der Strand im Schatten des Brüder-Grimm-Denkmals, wo Stände mit karibischem Fingerfood und Cocktails locken. Dazu gibt es in vielen Geschäften Preisnachlässe, Rabatte, besondere Aktionen. Vor einigen Läden wird gegrillt. Insgesamt 35 Unternehmen aus Einzelhandel, Mode, Gastronomie, Dienstleistung, Handwerk, beteiligen sich laut Programm-Flyer von Hanau Marketing, dem Gewerbeverein, der das Ganze organisiert hat. Den ganzen Samstag und Sonntag läuft dazu der Keramikmarkt im Schlossgarten am Congresspark, am Sonntag kommt noch der Deutsch-Holländische Tuchmarkt auf dem Marktplatz dazu. „Die Stadt platzt aus allen Nähten, ein richtig gelungenes Wochenende. Ideales Marktwetter“, sagt Kathrin Weingärtner von Hanau Marketing am Sonntagnachmittag.

„Wie die Einzelhändler damit tatsächlich zufrieden waren, erfahren wir allerdings erst am Montag oder Dienstag“, ist sie noch vorsichtig. Während es auf dem Marktplatz tatsächlich tropisch zugeht, klingt, schmeckt und sich auch so anfühlt, tanzen Mädchen auf der Bühne vor dem Forum zu Disco- und Technoklängen. Eine Art Castingshow für die Wahl der „Miss Rhein-Main“.

Uta und Joachim Mathea aus Bruchköbel stehen etwas amüsiert dabei und schauen sich das an, was Dutzende junger Männer mit ihren Smartphones abfilmen. „Eher was für die jungen Leute, als für betagtere Herren“, sagt der 67-Jährige schmunzelnd. Beide kommen gerade vom Keramikmarkt, haben Tüten dabei und sind trotzdem begeistert. „Das ist doch alles super, das bringt Menschen und Leben in die Stadt“, loben sie die ganze Aktion. „Und für jede Altersgruppe ist etwas dabei.“

„Wir sind mehr als zufrieden. Es war eine angenehme Atmosphäre bis in den späten Abend“, sagt Norbert Schalinsky, Vorsitzender von Hanau Marketing und Geschäftsführer des „Saturn“. Vielerorts klingelten die Kassen, weil die Läden und Geschäfte auch einmal Menschen anzogen, die nicht gerade zu deren Stammkundschaft zählen.

Auch er ist überzeugt, dass sich der Handel nur mit solchen besonderen, gemeinsamen, fantasievollen und unterhaltsamen Aktionen gegen das Internet-Shoppen aufstellen kann.

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