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Ideen zu Steinheims Zukunft

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Generationen-Spaziergang durch die Steinheimer Altstadt
Generationen-Spaziergang durch die Steinheimer Altstadt © Sascha Rheker

Vereine, Parteien und Organisationen hinterfragen die Entwicklung im Stadtteil. Die Bevölkerung ist im Durchschnitt älter als im übrigen Hanau. Bis 2030 werden 15 Prozent der Steinheimer 80 Jahre und älter sein. Wie soll die Stadt darauf reagieren?

Von Andreas Zitzmann

Wie tickt der Steinheimer? Diese Frage – verpackt in die seriöse Formulierung „Der Steinheimer Sozialraum und dessen Entwicklung“ – stand unsichtbar über einem Workshop, zu dem der Förderverein für die Bildungsarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Steinheim am Samstag eingeladen hatte. Grund für das Treffen, so Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke, war der voraussichtlich bis 2014 abgeschlossene Um- und Neubau des Gemeindezentrums mit dem Ziel, ein „Familien- und Gemeindezentrum“ zu schaffen.

Dabei stellte sich die Frage, welchem Zweck das Zentrum dienen soll. Um zu beantworten, was die Steinheimer brauchen, hatten Förderverein und Kirchengemeinde mehr als 130 Menschen aus dem Hanauer Ortsteil eingeladen, die in irgendeiner Form öffentlich aktiv sind – sei es in einem Verein, einer Partei oder einer anderen Organisation. 40 der geladenen Gäste waren gekommen. Und diese Gruppe setzte sich für fast sechs Stunden zusammen. Dabei ging es ihnen nicht darum, Antworten zu finden, zunächst mussten erst einmal Fragen und Probleme formuliert werden.

Fest steht: Der größte Hanauer Stadtteil mit seinen rund 13.000 Einwohnern hat noch ein soziales Gefüge, aber man muss etwas tun, um es zu erhalten. Die Geburtenrate ist rückläufig und, das kristallisierte sich als einer der zentralen Punkte heraus: Die Bevölkerung ist im Durchschnitt älter als in der übrigen Stadt. Bis 2030, so Lothar Hain vom Fachbereich Demografie der Stadtverwaltung, werden 15 Prozent der Steinheimer 80 Jahre und älter sein. Fest steht auch: Für ältere Menschen ist die Infrastruktur – beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr – ungünstiger als in der Innenstadt.

Wie sich diese demografische Entwicklung auswirken wird, erlebt Burkhard Huwe vom Förderverein schon jetzt. Er wohnt in der Altstadt. Dort verändert sich die Bevölkerungsstruktur – immer mehr Häuser und Wohnung werden durch den Tod alter Menschen frei, Familien oder hier: Familien Neumann mit Oma beim Abendspaziergang in der Steinheimer Altstadt.

Paare ziehen nun ein: neue Steinheimer. Welche Bedürfnisse haben sie? Wie wollen sie leben, wenn sie älter sind?

Die Gruppe betrat auf dem Treffen insofern Neuland, als dass es die verschiedensten Interessenlagen an einen Tisch brachte, auch mit dem Ziel, Gemeinsamkeiten zu finden. Solche Netzwerke gibt es bislang nur innerhalb der mehr als 50 Vereine. Pfarrerin Zick-Kuchinke nannte ein anderes Beispiel für bisher eher unübliche Kooperationen innerhalb der christlichen Kirchen: „Kann es nicht einen ökumenischen Kirchenchor geben?“

Nicht alles ist machbar

Einig waren sich die Teilnehmer, dass nicht alles Wünschenswerte machbar oder sinnvoll ist. Nicht für alle Ideen können Ehrenamtliche gewonnen werden, zumal es immer schwerer wird, solches Engagement zu wecken. Man könne nicht immer alles bieten. Für einen Sportverein etwa macht es wenig Sinn, möglichst viele Sportarten anzubieten, aber keine davon richtig und professionell.

Wie geht es weiter? Diese und viele anderen Fragen sind gestellt, die Antworten sollen nun die Teilnehmer in ihren Organisationen, Parteien und Vereinen finden. Irgendwann wird man sich wieder treffen, um erneut Ideen zu sammeln und zu formulieren. Burkhard Huwe: „Wir haben jetzt erst einmal eine Informations-Basis geschaffen.“ Der Kirchenvorstand beispielsweise geht in drei Wochen in Klausur, um über jene Fragen – und eventuell Antworten – nachzudenken, die sich nun für die Gemeinde gestellt haben.

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