+
Die Hanauer Herbstmesse 1938 auf dem damaligen Paradeplatz. Foto: Franz Weber/Bildarchiv

Hanau

Historie auf Zelluloid

  • schließen

Anlässlich des 85-jährigen Bestehens des städtischen Bildarchivs gibt es eine Ausstellung im Medienzentrum des Kulturforums. Da schlummern wahre Schätze.

Anlässlich des 85-jährigen Bestehens des Bildarchivs der Stadt hat das Medienzentrum-Bildarchiv Hanau (MZHU) eine Ausstellung erarbeitet, die in 24 Bildtafeln die Geschichte des Hauses darstellt.

Zu sehen sind zudem der erste 16-Millimeter-Projektor und die Plattenkamera mit Laufboden und Lederbalgen von Bildarchiv-Gründer Franz Weber. Die Schau ist ab sofort im Medienzentrum im zweiten Stock des Kulturforums am Freiheitsplatz ganzjährig zu den Öffnungszeiten zu sehen. Zudem plant das MZHU einige öffentliche Bildvorträge, heißt es in einer Mitteilung.

Der Gründer, Lehrer und langjährige Leiter der damaligen Bildstelle Hanau brachte 1934 seine eigenen und die mit seinen Schülern bei Heimat-Rundgängen erarbeiteten analogen Glasplatten-Negative als Grundstock für das Bildarchiv ein. Ein Erlass des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hatte damals die flächendeckende Gründung von Stadt-, Kreis- und Landesbildstellen angeordnet. Zudem sollten alle Schulen mit 16-Millimeter-Stummfilm-Projektoren ausgestattet sein. Der Film sollte gleichberechtigtes Lernmittel werden – auch um die Nazi-Propaganda reichsweit verbreiten zu können.

Mehr als 360 000 Belichtungen finden sich bis heute im Bildarchiv. Die meisten liegen noch analog vor, werden aber derzeit kontinuierlich digital erfasst und in die Datenbank eingepflegt. Laut Fachbereichsleiter Martin Hoppe eine Mammutaufgabe, etwa wegen der Verschlagwortung per Hand.

Für den Bildungsauftrag des Medienzentrums spiele das analoge Bildarchiv heute kaum noch eine Rolle, dennoch sei das Medienzentrum nach wie vor die für Unterrichtsmedien zuständige Stelle. Filmmaterial, das Lehrkräfte im Unterricht zeigen möchten, müsse entsprechend lizenziert sein.

Für die Hanauer Schulen stünden dafür heute knapp 3000 moderne Unterrichtsmedien bereit, die im Hause entliehen aber auch zu einem großen Teil von den angemeldeten Lehrkräften online genutzt werden könnten. Schulungen werden von der Leiterin des Medienzentrums, Astrid Basermann, zu unterschiedlichen Themen des Medieneinsatzes in Schulen angeboten und häufig selbst abgehalten.

Einen anschaulichen Eindruck von den Schätzen des Bildarchivs gibt es am Sonntag, 20. Januar, um 11.30 Uhr im Kinopolis beim Kino-Varieté des Kulturfonds Rhein-Main. Es werden aus dem Bestand zwei wiederentdeckte Filme von 1938 gezeigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare