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Badespaß für Vierbeiner im Lindenaubad.

Hanau

Mit Hechtsprung dem Ball hinterher

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Großer Andrang herrscht beim Hundeschwimmen im Lindenaubad. Manch Halter steigt sogar mit ins Wasser.

Rein mit dir, du Hosenschisser“, ruft der Mann seiner Anna zu. Der Tennisball ist schon ins Wasser geflogen, nur der Hund will nicht folgen. Dann macht Herrchen mit Anna das, was er zuvor mit dem Ball getan hat. „Sie springt sonst in jedes Gewässer“, sagt er danach. Der Labrador findet es in der Tat plötzlich toll, im 50-Meter-Becken des Lindenaubads zu paddeln und sammelt mit dem Maul neben seinen Ball gleich einen zweiten von der Wasseroberfläche ein. Bald hechtet Anna wie die meisten ihrer Artgenossen mit einem gewaltigen Sprung ihrem Spielzeug hinterher „Das Glitzern des Wassers in der Sonne hat sie wohl verunsichert“, erklärt der Mann die anfängliche Wasserscheu.

Hundeschwimmen zum Saisonabschluss des Freibads gab es am Sonntag. Gut eine Stunde nach Kassenöffnung zählte Schwimmmeister Holger Roche an die 100 Vierbeiner. Er spricht von einen ungewöhnlich großen Andrang. Allerdings sei in den vergangenen Jahren das Hundeschwimmen verregnet gewesen.

Doch diesmal herrscht Spätsommerwetter und das animiert sogar temperaturfeste Hundebesitzer in leichter Kleidung etwa ihren kleinen Vierbeiner zur Mitte des Nichtschwimmerbeckens zu tragen, um ihn dann aus eigener Kraft zurückpaddeln zu lassen. Eine junge Frau steigt für ihren Yankee in den Neoprenanzug und dann ins große Becken, damit es ihr schmaler Pointer-Rüde gleich tut. Der entpuppt sich jedoch als richtig wasserscheu. Alles Locken und gut Zureden hilft nicht, nur das sanfte Hineinheben.

Die Besitzerin von Carlo kennt keine Furcht, nur mit Bikini gekleidet in das 50-Meter-Becken zu steigen, nachdem sie schon mit ihrem Setter Gordon nasse Momente im kleinen Basin verbrachte. Aber das große Becken? Da half es auch nicht, zu schwimmen und Carlo an der Leine am Rand nebenher trotten zu lassen. „Er ist mal in den Main geplumpst“, sagt sie. Die Seen bei Dörnigheim liebe Carlo hingegen sehr.

Wenn ein paar Unerschrockene mit im Wasser sind, ist das für Bädergeschäftsführer Uwe Weier kein Problem. „Im Vorjahr lag nur ein Haufen im Wasser, bei mehr als 400 Hunden“, sagt Weier. Das sei nicht kritisch. In der Freibadsaison 2019 müssten die Badegäste deswegen keine Bedenken haben. „Die Wasseraufbereitung ist abgeschaltet, im nächsten Jahr wird das diesjährige Wasser abgelassen und das Becken vor dem Befüllen mit Frischwasser gründlich gereinigt“, erläutert er. Weier brachte vor vier Jahren das Hundeschwimmen nach Hanau, zuvor hatte er es in Hamburg und Bamberg eingeführt.

An die Zweibeiner denkt er auch. „Zurzeit laufen Überlegungen, das Schwimmerbecken im Lindenaubad zu beheizen“, sagt er. Damit ließen sich mehr Frühschwimmer und Gäste an kühleren Tagen locken. Um die Gunst der Besucher muss das Bad zunehmend mit den Badeseen buhlen. „Im näheren Umkreis gibt es fünf Seen, die nun auch sportliche Aktivitäten wie Stand-up-Paddeln bieten“, sagt Weier. Für ihn mit ein Grund, warum die Saison „gut“, aber nicht so gut verlief, wie es ein langer Hochsommer vermuten lässt.

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