Hanau

In Hanauer Kitas fehlen 250 Betreuungsplätze

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Der starke Zuzug und der Personalmangel stellen die Stadt vor große Probleme.

In Hanau kann der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen derzeit nicht gedeckt werden: Im U3-Bereich fehlen etwa 150 Plätze, in den Gruppen für Drei- bis Sechsjährige rund 100 Plätze. Viele Eltern müssen deshalb nach anderen Lösungen für ihre Kindern suchen. Die Engpässe betreffen vor allem die Stadtteile Großauheim, Wolfgang, Klein-Auheim und Steinheim.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort von Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor, die in der Stadtverordnetenversammlung in der Opposition sitzt. In den nächsten Jahren könnte sich der Mangel verschärfen, weil die 98 000-Einwohner-Stadt schnell wächst und es gleichzeitig an Erzieherinnen mangelt. Hinzu kommt, dass Hanau im dichtbesiedelten Rhein-Main-Gebiet im Wettbewerb mit anderen Kommunen um Personal steht. Laut einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Studie des Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung werden bis 2030 in Hanau 5445 neue Wohneinheiten gebaut, was unter dem ermittelten Bedarf von 7510 Einheiten liegt.

Die Jugendhilfeplanung geht angesichts dieser Werte sowie der gestiegenen Geburtenrate von einem Bevölkerungszuwachs von 15 Prozent bis 2030 aus – und von ungefähr 1000 weiteren notwendigen Betreuungsplätzen für Kinder bis sechs Jahre. Das bedeute „mindestens sechs zusätzliche Einrichtungen sowie zirka 50 weitere Tagespflegepersonen“, sagt Weiss-Thiel.

Auf letztere greift die Stadt schon jetzt in einem hohen Maß zurück, weil es an U3-Gruppen mangelt. Im Stadtgebiet seien im Moment 72 Tagespflegepersonen im Einsatz.

Weiss-Thiel weist darauf hin, dass Hanau die Platzzahl deutlich ausgebaut habe, im U3-Bereich um 154 Plätze in den vergangenen drei Jahren. Den sogenannten Versorgungsgrad bei den Drei- bis Sechsjährigen beziffert er auf 97,4 Prozent.

Der Sozialdezernent räumt ein, die Stadt könne ihren Plan von vier zusätzlichen eigenen Gruppen (80 Plätze) nicht umsetzen, weil sie nicht genug Personal gewonnen habe. Zwei Gruppen in freier Trägerschaft hätten deshalb sogar längerfristig geschlossen werden müssen.

Nach Weiss-Thiels Ansicht tut Hanau schon viel, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Stadt habe beispielsweise eine große Werbekampagne gestartet, das Sozialpädagogische Ausbildungszentrum erweitert, biete eine vergütete Teilzeitausbildung, Vergünstigungen für Beschäftigte und individuelle Arbeitszeitmodelle an.

Die CDU fordert, die Bemühungen schnell auszubauen, um den steigenden Betreuungsbedarf zu decken.

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