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Hanau

Hanauer „Checker“ entdecken Barrieren

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Behinderteninitiative „Menschen in Hanau“ ist in den Vereinsstatus gewechselt.

Eigentlich sollte der öffentliche Raum für Menschen mit und ohne Behinderung zunehmend barrierefrei sein, es gibt immerhin lang genug hinreichend Auflagen und Normen. Im Alltag heißt es dennoch oft „eigentlich“. Vor fünf Jahren wurde daher die Initiative Menschen in Hanau (MiH) gegründet, bei der sich Betroffene vor allem in das „Checker-Team“ einbringen konnten, um bei den zuständigen Behörden auf die Hindernisse aufmerksam zu machen, die der Unbeeinträchtigte nicht als solche wahrnimmt. Nach der erfolgreichen Pilotphase konstituierte sich MiH nunmehr zu einem Verein, dessen Angebot schon zuvor schnell weit über den ursprünglichen Zweck hinaus gegangen ist.

Am Anfang stand lediglich eine Melde-App für ein barrierefreies Hanau, sagt Sylvie Janka, Vorstandsmitglied, Koordinatorin und Geschäftsführerin der von Beginn an involvierten AWO Hanau. Den Anstoß gab das Landesprojekt Modellregion Inklusion, dem die Stadt Hanau beitrat. „Nach einem Jahr hat sich gezeigt, die beteiligten Menschen haben den Wunsch, mit MiH auch mehr am Leben partizipieren zu können“, sagt Janka. Dazu wurde eine Web-Seite kreiert, die sich zum Dreh- und Angelpunkt entwickelt hat - und erst recht in Zeit der Pandemie. „Wir müssen jetzt nicht passiv bleiben, nur weil Treffen im Haus am Steinheimer Tor aktuell nicht möglich sind“, sagt Janka.

„Nach drei Jahren war klar, dass die Initiative von nun an stabil läuft.“ Mit Ende des Landesprojektes in 2018 konnte daher die AWO mit der Stadt vereinbaren, die Trägerschaft mit finanzieller Unterstützung der Stadt zu übernehmen - bis 2020. Mit der Vereinsgründung wurde zusätzlich eine Voraussetzung geschaffen, dass sich Menschen in Hanau dauerhaft etablieren kann. Zum aktiven Kern zählen rund 30 Personen, mit und ohne Behinderung. „Beim Masken-Projekt zu Herstellung von Mund- und Nasenschutz aus Stoff hatten wir sogar mehr als 60 Mitmachende“, sagt Janka.

Infos

Informationen gibt es unter der Telefonnummer 01 71 / 8 85 03 57 oder auf der Website www.menschen-in-hanau.de.

Teilhabe verbessern

Die Kooperation mit Rita Ebel und ihren bundesweit durch die Medien gegangenen mobilen Rollstuhlrampen aus gespendeten Lego-Klötzchen besteht nicht mehr, aber das Checker-Team gibt es weiterhin und wird auch immer noch fündig etwa bei der wackeligen hölzernen Behelfsbrücke im Hauptbahnhof oder bei Pollern, die Autos von Gehwegen fern halten sollen. Das Grau der Posten mache sie jedoch auch für Menschen mit geringer Sehkraft zum Hindernis, heißt es.

„Es gibt noch viele Fragen zur Barrierefreiheit, die uns auf den Nägeln brennen und schnelle Antworten verlangen“, so Janka. Aber es seien nicht selten viele Ämter und Fachbereich bei der Umsetzung beteiligt. MiH will daher das künftige Mobilitätskonzept der Stadt kritisch betrachten. Zur Kommunalwahl wurden zudem an die Parteien Fragebögen verschickt.

Der Verein setzt sich aber ebenso zum Ziel, „Menschen zusammen zu bringen und zu verbinden“, gleich welchen Alters oder aus welcher Kultur. Dies soll nicht allein mit den aktuellen Angeboten und Erklärthemen etwa aus Gesundheit, Politik, Kultur oder Spiel und Sport erreicht werden. Wenn ein neues Projekt gewünscht wird, kann es der Ideengebende initiieren, wie die Erfindung von ertastbaren Straßenschildern eines Sehbehinderten oder der Weltverbesserer-Stammtisch einer jungen Frau. „Der Verein bietet in solchen Fällen mit dem Web-Auftritt den Rahmen“, sagt Janka.

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