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Hanau

Hanau: Zwei Millionen Euro bei Pleite-Bank angelegt

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Stadt muss nach der Insolvenz von Greensill mit hohem Verlust rechnen. Das Parlament entscheidet bald über neue Anlagerichtlinien.

Zusammen mit Wiesbaden und Schwalbach am Taunus gehört Hanau zu den 17 Kommunen, die von der Pleite der Bremer Greensill Bank betroffen sind und jetzt gemeinsam zwei Anwaltskanzleien beauftragt haben, um zumindest einen Teil ihres bei Greensill angelegten Geldes zurückzubekommen. Hanau droht der Verlust von zwei Millionen Euro. Wie die Stadt auf FR-Anfrage mitteilt, handelte es sich um eine sechsmonatige Anlage zwischen September 2020 und März 2021, mit einem vereinbarten Zinssatz von 0,1 Prozent.

Die Entscheidung hätten die Kassenverwalterin sowie der Leiter der Finanzabteilung getroffen und dabei die geltenden Rechtsgrundlagen beachtet, heißt es – etwa die Anlagenrichtlinien des Hessischen Städtetages und der Stadt Hanau. Zu dem Zeitpunkt habe die Ratingagentur Scope Greensill mit A– bewertet, so dass die Stadt von einer „sicheren Anlageform“ habe ausgehen können.

Mindestens ein Alarmsignal gab es allerdings: Die Schweizer Agentur Independent Credit View hatte die Bank bereits 2019 als Ramsch bewertet und gewarnt.

In der „Interessengemeinschaft Greensill-Geschädigter“ will Hanau nach eigenen Angaben die Forderungen geltend machen. Insgesamt geht es um ungefähr 145 Millionen Euro. Wichtigste Aufgabe des Insolvenzverwalters werde sein, das weltweite Vermögen der Bank zu ermitteln und für das Insolvenzverfahren zu sichern. Erst danach ließen sich die Erfolgsaussichten einschätzen. Sollte den Kommunen ein Schaden entstehen, würden Haftungsansprüche geprüft, etwa gegen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Scope, beteiligte Makler, Vermittler sowie Wirtschaftsprüfer von Greensill.

In ihrer kommenden Sitzung am 17. Mai entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über eine Änderung der Anlagenrichtlinie. Künftig sollen Geldanlagen „grundsätzlich des Einvernehmens des Kämmerers bedürfen“ und nicht zulässig sein, wenn sie „keinem Einlagensicherungs- oder Institutsschutz“ unterliegen, steht in der Parlamentsvorlage.

Insgesamt hatten bundesweit etwa 50 Kommunen bei Greensill niedrig verzinstes Festgeld angelegt, um Negativzinsen zu vermeiden. Die Bank wurde Anfang März von der Bafin geschlossen, das Insolvenzverfahren begann Mitte März. Während Privatanleger entschädigt wurden, sind Städte und Gemeinden schon seit 2017 nicht mehr über den Einlagensicherungsfonds abgesichert.

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