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Hanau: Zwei Kinder offenbar getötet

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Von: David Scheck

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Polizisten bewachen das Hochhaus in der Innenstadt von Hanau, wo die beiden Kinderleichen gefunden wurden. Frank Rumpenhorst / dpa (2)
Polizisten bewachen das Hochhaus in der Innenstadt von Hanau, wo die beiden Kinderleichen gefunden wurden. Frank Rumpenhorst / dpa (2) © dpa

Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten ein Tötungsdelikt mit familiärem Hintergrund und fahnden nach dem Verdächtigen.

Beklemmende Szenen am Mittwochmorgen in der Hanauer Innenstadt: In den Straßen um ein Hochhaus an der Ecke Römerstraße/Steinheimer Straße stehen zahlreiche Polizeiwagen, einige mit angeschaltetem Blaulicht; Dutzende Uniformierte haben alles im Blick. Das rot-weiße Band, mit dem der Parkplatz im rückwärtigen Bereich des Hochhauses abgesperrt ist, flattert im starken Wind. Der Ort ist nur wenige Schritte vom Heumarkt entfernt, dem ersten Tatort der rassistischen Morde vom 19. Februar 2020. Doch der Hintergrund ist diesmal ein anderer.

Um 7.25 Uhr geht am Mittwoch in der Leitstelle der Polizei ein Notruf ein, wie die Staatsanwaltschaft Hanau und die Polizei in einem gemeinsamen Statement im Laufe des Vormittags mitteilen: Passant:innen hatten zuvor einen schwer verletzten Jungen auf dem Parkplatz hinter dem Hochhaus gefunden.

Als kurz darauf die ersten Einsatzkräfte eintreffen, finden diese den Schwerverletzten vor, der zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr ansprechbar ist. Der Junge wird sofort ins Klinikum gebracht, wo er trotz aller ärztlichen Bemühungen wenig später stirbt.

In einer Wohnung im neunten Obergeschoss entdeckt die Polizei dann ein lebloses Mädchen auf dem Balkon; hier kann ein Notarzt nur noch den Tod feststellen.

Wie Staatsanwältin Lisa Pohlmann am Vormittag im Rahmen einer vor Ort einberufenen Medienkonferenz sagt, gehen die Ermittler:innen von einem Tötungsdelikt aus; zudem deuteten erste Hinweise auf einen familiären Hintergrund der Tat hin. Die Spurensuche konzentriere sich nun darauf, was sich am Morgen in der Wohnung im neunten Stock abgespielt haben könnte. Nähere Erkenntnisse zu der Tat sollte auch die Obduktion der beiden Kinder bringen, die noch für Mittwoch angesetzt wurde. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach einem männlichen Tatverdächtigen.

In der Wohnung, auf deren Balkon das tote Mädchen gefunden wurde, lebten nach Angaben der Staatsanwältin ein elfjähriger Junge und ein siebenjähriges Mädchen. Ob es sich bei den Toten um die Kinder der Familie handelte, die die Wohnung bewohnt, konnten die Ermittler:innen zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher sagen, ihre Identität stehe noch nicht eindeutig fest. Auch die Frage, ob es sich beim gesuchten Verdächtigen um den Vater der Kinder handelt, blieb zunächst unbeantwortet. Weitere Angaben zu dieser Person können noch nicht gemacht werden, hieß es auch mittags noch in der schriftlichen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Bei der Suche nach weiteren Spuren entfernte die Polizei Büsche im Bereich des Hochhauses, mit Hilfe einer Drohne wurde der Tatort aus verschiedenen Perspektiven fotografiert. Das Wohnhaus hat insgesamt elf Stockwerke, im Erdgeschoss sind ein Geschäft und ein Café untergebracht. Auch eine Arztpraxis befindet sich in dem Haus. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sprach gegenüber „Bild“ von einem „Schock, der wieder durch die Stadt geht“.

Außerdem sagte der OB, dass die mutmaßlich betroffene Familie „seit einigen Monaten sozialpädagogische Unterstützung bekommen hat“. Anwohner:innen verfolgten am Morgen das Geschehen auf den umliegenden Bürgersteigen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte eine 32-Jährige, die mit ihren zwei Kleinkindern unterwegs war: „Man ist geschockt, vor allem, wenn man selber Mutter ist.“

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