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Die Grimmscheck-Aktion ist für Kunden ein Kaufanreiz.

Hanau

Weitere Hilfen für Handel und Gastronomie

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Stadt Hanau stellt 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen bereit. Diese sind dringend notwendig, denn etwa jeder dritte Betrieb ist von Schließung bedroht.

Um den wirtschaftlichen Problemen in der Corona-Krise entgegenzuwirken, hat die Stadt Hanau weitere Hilfen für Handel und Gastronomie beschlossen. Magistrat sowie Haupt- und Finanzausschuss stimmten für ein 1,5 Millionen Euro umfassendes Paket, das in erster Linie für Investitionen in Hygiene – etwa für Lüftungsanlagen – gedacht ist, damit bei einer Wiedereröffnung die Auflagen erfüllt werden. Antragsteller können demnach bis zu 50 Prozent der Kosten geltend machen, allerdings nicht mehr als 5000 Euro. Auch Ausgaben für Außengastronomie, beispielsweise für Pavillons, werden gefördert. Zuvor prüfen städtischen Mitarbeiter jedoch, ob die Hygiene-Regeln eingehalten werden, eine wirtschaftliche Perspektive besteht und die geplanten Maßnahmen zielführend sind. Zudem sind die Auflagen stets einzuhalten, sonst muss das Geld zurückgezahlt werden. OB Claus Kaminsky (SPD) verspricht, jeder Fall werde möglichst unbürokratisch betrachtet.

Darüber hinaus entschied der Ausschuss, die Grimmscheck-Aktion zu verlängern. Wer bei einem oder mehreren der etwa 250 Scheck-Anbieter – Geschäften, Lokalen, Dienstleistern – mindestens 50 Euro Umsatz macht, erhält einen Gutschein. Bei 50 Euro Umsatz einen 5-Euro-Scheck, bei 250 Euro einen 50-Euro-Scheck. Ursprünglich mussten die Einkäufe, die angerechnet werden, bis Anfang November erfolgen, jetzt bis 27. November. Die Kassenbons kann man bis 19. Dezember gegen einen Gutschein tauschen. Die dafür eingeplanten Mittel, die aus einem vorangegangenen Hilfspaket von insgesamt fünf Millionen Euro stammen, werden aufgestockt. Bislang seien Schecks im Wert von fast 500 000 Euro ausgegeben worden, was einem zuvor getätigten Umsatz von drei Millionen entspreche.

Die IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern bewertet die Hilfen auf FR-Anfrage positiv. Gerade die Verlängerung der Gutscheinaktion sei sehr wichtig, so Sprecher Achim Knips. Gleichzeitig bedauere es die IHK sehr, dass die Gastronomie auch in Hanau „erneut gezwungen ist, zu schließen oder ihr Angebot drastisch zu verringern“ – obwohl sie viel Geld in Hygiene investiert habe. Und „wenn die Gastronomie weitgehend ausfällt, fehlt ein wichtiger Frequenzbringer für den örtlichen Einzelhandel“. Die Betroffenen hofften auf eine „Kompensation im Advent“. Nach Ansicht der IHK wäre es gut, wenn die Geschäfte sonntags öffnen dürften. Das würde auch die Besucherströme entzerren, meint die IHK. Auch Daniela Kremhöller, Vorsitzende des Kreisverbandes Hanau des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, sagt, sie begrüße die Zuschüsse in Hanau. Die Branche tue alles Menschenmögliche, sei aber arg gebeutelt: Etwa ein Drittel der Unternehmen müssten wohl noch 2020 aufgeben. Jede Unterstützung sei wichtig.

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