Hanau

Viertel gerät in Schieflage

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Im Nordwesten nach gibt es nach Hausverkäufen Probleme. Die Stadt will mit einem Vorkaufsrecht eingreifen.

In Hanau-Nordwest sollen Immobilienspekulanten mehrere Häuser gekauft und sie überbelegt haben, um offenbar schnell Gewinn zu machen und mittelfristig die Preise zu drücken und weitere Gebäude günstiger kaufen zu können. Derzeit seien sie bereit, teilweise gut 50 000 Euro mehr zu bieten als andere Interessenten. Zu den Folgen der Veränderungen in der Gegend gehörten Vermüllung, Ausbeutung und Auseinandersetzungen mit Anwohnern.

Diese und andere Vorwürfe sind im Stadtparlament unter anderem von Ortsvorsteher Reiner Wegener (SPD) geäußert worden, nachdem Bürger sie an ihn herangetragen hatten. Das Viertel – konkret geht es vor allem um die Siedlung zwischen Bruchköbeler Landstraße und Fallbach – drohe in eine Schieflage zu geraten. Derweil stellt sich einer der dort auftretenden Geschäftsleute als seriöser Partner dar, der sich nichts zuschulden kommen lasse.

Um den Problemen entgegenzuwirken, haben die Stadtverordneten nun einstimmig beschlossen, dass Hanau in dem Quartier sogenannte städtebauliche Maßnahmen einleitet und eine Vorkaufssatzung aufstellt. Hanau werde nicht zulassen, dass das Viertel kaputtgemacht werde, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Mit den Maßnahmen könnte die Stadt die Zukunft von Immobilien beispielsweise durch Vorgaben in Bebauungsplänen bestimmen. Mit einem Vorkaufsrecht wäre es möglich, auch gegen den Willen von Eigentümern Grundstücke und Häusern zu kaufen, etwa um vorher definierte Ziele zu verwirklichen. Ein Kauf auf diese Weise kann sich rechtlich allerdings sehr schwierig gestalten.

Studie beauftragt

Zunächst soll jetzt die städtische Bauprojekt Hanau GmbH eine „städtebauliche Voruntersuchung“ vor Ort durchführen lassen. Bei den Immobilien handelt es sich weitgehend um Ein- und Zweifamilienhäusern, die in den 1950ern bis 1980er Jahren gebaut wurden. Ein großer Teil davon steht auf großen, um die 500 Quadratmeter umfassenden Grundstücken – was sie besonders lukrativ macht, auch für eine Nachverdichtung. In der beschlossenen Vorlage heißt es, das „freie Spiel der Kräfte am Immobilienmarkt“ habe hier zu einer Dynamik geführt, die die soziale Ausgewogenheit gefährde und zu einer „Verdrängung etablierter Bewohnergruppen“ führen kann.

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