Wie soll nach Errichtung des Neubaus der Schlossplatz selbst gestaltet werden? Diese Frage rückt nun in den Fokus. ARCHIVFoto: Kögel

Entscheidung über Schossplatz Anfang 2020

Wie viele Hotels braucht Hanau? Stadt gibt Studie in Auftrag

Wie viele Hotels braucht Hanau? Diese Frage stellt sich derzeit die Stadt – und will in einer Studie die Situation von externen Fachleuten bewerten lassen. 

Hanau – Bis Anfang nächsten Jahres hat das Frankfurter Architekturbüro Stefan Forster Zeit, um an der Gestaltung des Neubaus am Schlossplatz von Hanau zu feilen. Im Februar 2020, so sagt Stadtentwickler Martin Bieberle, soll die endgültige Entscheidung getroffen werden, wie das Gebäude aussehen wird. Es entsteht bekanntlich anstelle des früheren Hauses des Handwerks, wird ein Stück in den Platz hineinragen und vor allem weit in den rückwärtigen Fronhof-Bereich. 

Und: Auch die Gestaltung des Schlossplatzes selbst soll dann beschlossen werden. Eine Entscheidung im Gesamtpaket also. Und schließlich wird auch auf der anderen Seite des Schlossplatzes gearbeitet. Dort entsteht, wie berichtet, derzeit ein „Haus des Jugendrechts“. Die Graf-Philipp-Ludwig-Straße zum Deutschen Goldschmiedhaus soll künftig Fußgängerzone werden.

Demnächst will die Stadt die Planungsarbeiten für die Schlossplatz-Gestaltung ausschreiben. Der Platz soll praktisch autofrei werden, hatte OB Claus Kaminsky angekündigt. Unter dem neuen Gebäude wird eine Tiefgarage gebaut. Auto- bzw. Busverkehr wird es am neuen Schlossplatz wohl nur noch entlang des Congress-Parks geben.

Hanau: Neubau am Schlossplatz beziehungsweise Umgestaltung des Kanzleigebäudes

Wie berichtet, hat die Stadtverordnetenversammlung von Hanau unlängst im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens einem Konsortium aus städtischer Baugesellschaft und dem Hanauer Baugebietsentwickler Terramag den Zuschlag für den Neubau am Schlossplatz bzw. die Umgestaltung des denkmalgeschützten Kanzleigebäudes gegeben. Die Stadtverordneten lobten zwar die Nutzungspläne, äußerten quer durch alle Fraktionen indes Kritik an der wuchtigen Architektur, die der Büro Forster für den Neubau entworfen hat. Nun soll am Baugesellschaft/Terramag-Konzept nachgebessert werden. 

Auch bei der Nutzung kommt möglicherweise noch eine Änderung. Wie berichtet, sehen die momentanen Planungen vor, dass es in dem Neubau Wohnungen geben wird, zudem sollen eine große Tanzschule und Gastronomie einziehen. Das Kanzleigebäude will Terramag mit seinen Büros belegen, im Erdgeschoss soll es Tagungs- bzw. Veranstaltungsräume geben.

Hotelstandort Hanau: Fachleute sollen die Stadt analysieren und bewerten

Ein Hotel im Schlossplatz-Neubau ist indes längst nicht vom Tisch. Einer der im Vergabeverfahren beteiligten Investoren hatte zwar ein Hotel in seinem Konzept, ging allerdings leer aus.

Nun will die Stadt in einer Studie von externen Fachleuten den Hotel-Standort Hanau analysieren und bewerten lassen, sagt Martin Bieberle. Hintergrund: Zuletzt habe es eine Reihe von Anfragen potenzieller Hotel-Betreiber gegeben. Unter anderem ist von einem Hotel auf dem Pioneer-Gelände in Wolfgang die Rede. Auf der ehemaligen Kasernenfläche entsteht bekanntlich ein Wohngebiet für bis zu 5000 Menschen.

Hanau: Hotel eine Option für den Schlossplatz?

Auch für den Schlossplatz in Hanau ist ein Hotel womöglich doch noch eine Option, heißt es. Frühere Pläne waren verworfen worden. Bieberle: „Wir wollen zunächst eine fachliche Einschätzung des Marktgeschehens haben.“ Der Hotelmarkt gilt als schwierig. Die Analyse der Fachleute soll sich auf das gesamte Stadtgebiet beziehen, nicht nur auf den Schlossplatz. In die Studie sollen laut Martin Bieberle auch Rückmeldungen von großen Hanauer Unternehmen einfließen. Diese sind durch ihre Geschäftskunden wichtige Nutzer der Hotels in der Brüder-Grimm-Stadt.

Selbst wenn es am Ende doch noch ein Hotel am Schlossplatz geben sollte, werde das „keinesfalls auf Kosten der Tanzschule gehen“, unterstreicht Bieberle. Deren Raumbedarf werde wie geplant umgesetzt. Abstriche würde es dann bei der Anzahl der Wohnungen geben. Das Kanzleigebäude indes sei wegen des großen Umbauaufwandes für eine Hotelnutzung ungeeignet.

VON CHRISTIAN SPINDLER

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