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Ein Blick von der Paradiesgasse zum Marktplatz nach dem 19. März 1945. Foto: Stadt Hanau

Hanau

Als Hanau versank

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Zahlreiche Veranstaltungen erinnern rund um den 75. Jahrestag am 19. März 1945 an den verheerenden Bombenangriff und seine Opfer in Hanau. Es gibt eine Ausstellung, Führungen, Vorträge und Konzerte.

Es hat nur 20 Minuten gedauert und Hanau lag in Schutt und Asche. Der alliierte Luftangriff, der sich am 19. März zum 75. Male jährt, kostete mehr als 2000 Menschen das Leben: Sie wurden verbrannt, zerfetzt, erstickt, erschlagen.

Den Jahrestag der verheerenden Zerstörung nimmt die Stadt zum Anlass, der Opfer zu gedenken, in die Geschichte zurückzublicken und zu mahnen. Rund um den 19. März und teils weit in den Sommer hinein gibt es deshalb Ausstellungen, Führungen, Vorträge, Konzerte bis hin zu speziellen Bildungsangeboten für Schulklassen und Fortbildungen für Lehrkräfte.

„Es darf nie wieder einen politischen Weg geben, an dessen Ende ein 19. März stehen kann“, erklärt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Das Gedenken und Erinnern gelte es unbedingt wachzuhalten. Gerade angesichts von aktuell wiedererstarkendem Antisemitismus, Nationalismus und Rassismus.

Der Donnerstag, 19. März, beginnt um 4.20 Uhr mit Glockenläuten. Um die gleiche Zeit hatte damals der Angriff von 227 britischen Lancaster-Bombern auf die Stadt begonnen.

Im Historischen Museum Schloss Philippsruhe wird vom 1. März bis 28. Juni eine interaktive Ausstellung „Leben im Krieg – Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg“ zu sehen sein. Führungen durch die Ausstellung gibt es bis Juni immer sonntags um 15 Uhr.

Gedenken

Am Donnerstag, 19. März, läuten um 4.20 Uhr die Glocken mit Gedenkandacht in der Marienkirche.

Um 9 Uhr katholische Gedenkmesse in Mariae Namen. Um 16 Uhr zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof. 18 Uhr ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Wallonisch-Niederländischen Kirche.

Konzert am 14. März, 19 Uhr, Marienkirche mit der Hanauer Kantorei „75 Jahre Kriegsende“. Eintritt frei.

Musikalische Vesper zum Andenken an die Bombardierung am 21. März , 19 Uhr in der Christuskirche
Chor- und Orchesterkonzert „The armed man“ (Karl Jenkins) und „Schicksalslied“ (Johannes Brahms) mit Kantorei und Gästen aus Rennes und Exeter. Karten auf www.frankfurt-ticket.de jo

Diverse Konzerte der Hanauer Kantorei in der Marienkirche und der Christuskirche erinnern an das Kriegsende sowie die Zerstörung der Stadt und die Opfer. So wird Benjamin Brittens „War Requiem“ mit den internationalen Starsolisten Natalia Ushakova (Sopran), Ian Bostridge (Tenor), Oliver Zwarg (Bariton), den Limburger Domsingknaben, dem Knabenchor der Chartreux Lyon, dem Konzertchor Darmstadt und dem Beethoven Akademie Orchester Krakau unter Leitung von Wolfgang Seeliger am 9. Mai aufgeführt.

Eine ganze Reihe von Vorträgen gibt es bis in den Juni. Zum Beispiel am Donnerstag, 12. März, 19 Uhr, im Roten Saal von Schloss Philippsruhe: „Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen“.

Am Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, „Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte“ von Katrin Himmler.

Am Donnerstag, 9. April, 19 Uhr „Die Amerikaner kommen!“ Am 16. April, 19 Uhr „Fliegermorde in Hanau“. Am 23. April, 19 Uhr „Der Zweite Weltkrieg im europäischen Gedächtnis“.

Am Donnerstag, 30. April, 19 Uhr „Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg und die Entwicklung des humanitären Kriegsvölkerrechts.“

Am 7. Mai, 19 Uhr, „Mythos Trümmerfrauen – Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit.“

Am Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr heißt es „Wir im Krieg“ – Film und Diskussion. Am Donnerstag, 4. Juni, 19 Uhr „Willige Vollstrecker oder standhafte Richter? Der Alltag des NS-Staats in der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main“.

Am Donnerstag, 18. Juni, 19 Uhr „Schon wieder NS-Zeit…? – Vom Nutzen kritischer Geschichtsbetrachtung für die Gegenwart“.

Am Donnerstag, 25. Juni, 19 Uhr geht es um die Frage „Woher stammen eigentlich die Dinge im Museum? – Zur Bedeutung von Provenienzforschung“. An den Vortragsabenden wird die Öffnungszeit des Museums Schloss Philippsruhe um eine Stunde verlängert. Weitere Vorträge gibt es in Kooperation mit der Volkshochschule, der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt, dem Hanauer Geschichtsverein 1844 im Rahmen des 75. Jahrestags der Zerstörung. Sie finden jeweils im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule statt. Der Eintritt ist frei.

Infos, Kontakt und Anmeldung zu den Führungen per E-Mail an museen@hanau.de, Telefon 0 61 81 / 295 17 99. Weitere Informationen und alle Termine zu den Veranstaltungen auf www.museen-hanau.de sowie auf www.hanau.de.

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