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Hanau: Vater von Attentäter will Opferhilfe

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Von: Gregor Haschnik

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Weil der Opferfondsbeirat eine Zahlung ablehnte, hat Hans-Gerd-R. Klage eingereicht.

Der Vater des Attentäters von Hanau hat nach Informationen der Frankfurter Rundschau Klage vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht, um eine finanzielle Unterstützung aus dem Opferfonds des hessischen Landtags durchzusetzen. Der Beirat des Fonds, dem religiöse Vertreter:innen und Landtagsabgeordnete angehören, hatte Hans-Gerd R.s Antrag auf Hilfe abgelehnt. Dem Vernehmen nach sieht das Gremium die Bedingungen für eine Zahlung – R. soll eine sehr hohe Summe gefordert haben – nicht als erfüllt an.

Der „Fonds für die Opfer und Angehörigen schwerer Gewalttaten von landesweiter Bedeutung und von Terroranschlägen“ war Mitte 2021 eingerichtet worden und ist mit zwei Millionen Euro pro Haushaltsjahr ausgestattet. Ziel sei eine einmalige, unbürokratische Unterstützung. In der Regel sind dies 10 000 Euro, in besonderen Härtefällen können bis zu 100 000 Euro bewilligt werden.

R.s Sohn hatte bei dem Anschlag am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven neun Menschen ermordet. Danach tötete er seine Mutter und sich selbst.

Der Terrorist und sein Vater hatten das gleiche Weltbild. Hans-Gerd R., der wegen rassistischer Beleidigung zu 5400 Euro Geldstrafe verurteilt worden ist, betreibt eine radikale Täter-Opfer-Umkehr und weist alle Vorwürfe gegen sich sowie seinen Sohn – der die Morde nicht begangen habe – zurück. Er sieht sich und seine Familie als Opfer unter anderem einer weltweit agierenden Geheimorganisation.

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