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Beobachtungsposten in Hanau: Der Hafenbalkon aus Cortenstahl auf dem Steinheimer Ufer vis-a-vis der Hafenmole.

Hanau

Der Main hat am Steinheimer Ufer eine neue Aussichtsplattform bekommen

Ein „Hafenbalkon“ ist für das Steinheimer Ufer in Hanau installiert worden. Die Baukosten betragen 100.000 Euro.

Hanau - Früher hätte es ein oder zwei Sitzbänke getan, drumherum etwas Feinkies, damit man sich nicht bei jedem Wetter die Schuhe zusaut – und man könnte in respektabler Entfernung vom Steinheimer Ufer in Hanau den Leuten im Hafen bei der Arbeit zusehen. Doch so profan soll heute der gelenkte Blick des am Ufer pausierenden Flaneurs auf einen der letzten Häfen im Ballungsgebiet nicht erfolgen - schon gar nicht, wenn der Urheber der Sitzgelegenheit die Dachgesellschaft Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main ist. 

Dieser Tage ist er fertiggestellt worden, der „Hafenbalkon“. Allerdings steckt in dem Titel eine kleine Schummelei. Denn die gut 20 Quadratmeter große Plattform, die am Freitag noch von einem Bauzaun eingefriedet war, ragt nicht über den Main.

Hanau: Neue Aussichtsplattform „Hafenbalkon“ am Main

Rund 200 Meter vom S-Bahn-Halt „Steinheim“ am Uferweg gen Klein-Auheim befindet sich der neue Aussichtspunkt: solides Betonstreifenfundament mit einer 4,80 mal 5,50 Meter messenden Cortenstahlfläche, die zur Main abgewandten Seite um gut 1,50 Meter in die Vertikale steigt. Dort befindet sich auch auf gesamter Länge eine Sitzfläche, ebenfalls aus dem Material mit der naturgegeben rostigen Oberfläche.

In der Tat kann von dort schön das Treiben am in den 1920er Jahren erstellten Industriegelände beobachtet werden. Etwa wie aus der Distanz käferklein wirkenden Matrosen in ihren gelb oder rot leuchtenden Warnwesten auf einem Schüttgutfrachter herumlaufen, in dessen Ladeluke ein Förderband mit Gerausche und Geknister Granulat hineinrieseln lässt. Langsam senkt sich der schwarz-graue Schiffsrumpf in den sumpffarbenen Main.

Überhaupt darf am Hafenbalkon keine idyllische Geräuschkulisse erwartet werden. Von links rauschen im harschen Ton die Zügen über die Brücke. Von dort dringend auch das Geschepper der Lastwagen, die über die Dehnfugen des Bauwerks rollen. Jets im Landesanflug auf Rhein-Main bilden die Geräuschkulisse. Und natürlich klappert und scheppert es vom Hafen herüber. Nur das Abfüllen von Tanklastern aus den haushohen Heizöl- und Spritspeichern geht still vor sich.

Hanau: Treppe zum Main geplant

„Mit dem Hafenbalkon wird die Regionalparkroute noch erlebbarer“, sagt Regionalpark-Geschäftsführer Kjell Schmidt der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Der Hanauer Hafen sei zudem eine Station der Route der Industriekultur und auch deshalb einen Aussichtspunkt wert. Mit der Landesgartenschau 2002 ist Hanau Mitglied der Regionalparkroute geworden. Seitdem errichtete die Gesellschaft an besonderen Stellen auch in Hanau markante Bauwerke wie den ebenfalls aus Cortenstahl bestehenden Mainbalkon an der Kinzig-Mündung an der Philippsruher Allee (2006) oder das Waldportal am Bismarckturm in Wilhelmsbad (2009).

Dann war über Jahre Ruhe. „Wegen des Innenstadtumbaus war das Projekt ausgesetzt worden“, erläutert Schmidt. Mit den Sitzgruppen „Anlegebar“ (2014) an den Personenschiffsanlegern in Großauheim und Steinheim sowie dem Hafenbalkon sei es nun wieder aufgenommen worden. Das Motto lautet: „Wie kann man besser an den Main kommen?“ Auch wenn man mit dem Hafenbalkon noch nicht so ganz dicht am Wasser steht, soll das mit einer Ufertreppe realisiert werden. Laut Schmidt befindet sich das Vorhaben noch im Planungsstadium.

Hanau: Hafenbalkon am Main installiert

Derweil lässt sich aus beschaulicher Entfernung auf dem Hafenbalkon das Szenario am anderen Ufer betrachten, aber auch über die Kosten für das, wie es heißt, „schwebende Sitzobjekt“, sinnieren, das mit einem Endpreis von etwa mehr als 100.000 Euro zu Buche schlägt. Die Stadt Hanau zahlt ein Drittel. Die anderen beiden Drittel übernimmt die Regionalpark GmbH, die dazu Geld von der Fraport AG und vom Land Hessen erhält, teilt die Stadt mit.

Von Detlef Sundermann

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