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In der Region gibt es immer mehr Rechenzentren, etwa in Frankfurt-Rödelheim.
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In der Region gibt es immer mehr Rechenzentren, etwa in Frankfurt-Rödelheim.

Hanau

Stadt will Ansiedlung von Rechenzentren steuern

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Das Parlament in Hanau beschließt ein Konzept, um die Ansiedlung von Rechenzentren steuern zu können. Denn neben Arbeitsplätzen gebe es dabei auch negative „Nebenwirkungen“.

Um beeinflussen zu können, wo und unter welchen Bedingungen sich im Hanauer Stadtgebiet Rechenzentren ansiedeln können, hat das Parlament am Montagabend einstimmig ein entsprechendes Konzept beschlossen. „Die Fraktion“, die aus der Linken und der „Partei“ besteht, enthielt sich.

OB Claus Kaminsky (SPD) sagte, die Zentren böten mehr Chancen als Risiken. Sie würden etwa Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze bringen sowie die starke Exportabhängigkeit der Hanauer Wirtschaft reduzieren, die von Industrieunternehmen wie der Vacuumschmelze geprägt ist. Rechenzentren hätten aber auch „Nebenwirkungen“, etwa einen hohen Energieverbrauch. Deshalb müsse beispielsweise geklärt werden, welche Folgen sie für die Stromversorgung in der Umgebung, aber auch für die städtebauliche Entwicklung hätten. Das Ansiedlungskonzept beantworte diese und andere Fragen. Kaminsky appellierte an andere Kommunen in der Region Frankfurt/Rhein-Main, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, um Standards setzen und mit einer Stimme sprechen zu können.

Das Hanauer Papier legt fest, welche Areale sich für Rechenzentren eignen. Und betont, dass schon geplante Projekte Vorrang vor möglichen Rechenzentren im selben Gebiet hätten.

Aktuell will der Google-Konzern Alphabet im Technologiepark im Stadtteil Wolfgang, wo einst ein großer Atombunker stand, ein Zentrum für Clouddienste errichten. In der Großauheim-Kaserne baut die Firma P3 Rechenzentren – die in der Endausbaustufe jährlich doppelt so viel Strom brauchen wie ganz Hanau.

Als weitere Standorte kommen ein Teil des Goodyear-Dunlop-Areals im Südosten, das ehemalige Telekom-Grundstück im Nordwesten und das Areal des Schwab-Versands in Hafennähe infrage. Doch bei letzteren müsste viel ins Stromnetz investiert werden. Ausgeschlossen werden etwa der Rest des Industrieparks Wolfgang mit dem Fraunhofer Science Park sowie die Underwood-Kaserne in Großauheim.

Im Rhein-Main-Gebiet werden vielerorts Rechenzentren geplant oder bereits gebaut, etwa in Offenbach, Erlensee, Hattersheim. Das liegt unter anderem an der Nähe zum Internetknoten DE-CIX in Frankfurt, einem der weltgrößten, und daran, dass immer größere Kapazitäten gebraucht werden.

Die Digitalisierung und die Rechenzentren seien Fluch und Segen zugleich, sagte Angelika Gunkel (Grüne) während der Debatte. Es sei gut, dass die Stadt aktiv Einfluss nehme. Wichtig sei, bei Flächen, die nicht in städtischer Hand seien, klare Kriterien zu schaffen. Auch Gunkel forderte ein Konzept für die gesamte Region, um einen weiteren „Wildwuchs“ zu verhindern.

Jochen Dohn, Vorsitzender der „Fraktion“, stimmte Gunkel zu und verlangte deutlichere Leitlinien für die Rechenzentren. So müsse zum Beispiel genau geregelt werden, wie viel Energie die Zentren durch Photovoltaikanlagen herstellen müssten, wie viel Fläche versiegelt werden dürfe oder dass für die Kühlung der Server kein Trink-, sondern Brauchwasser verwendet werde.

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