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Fünf Millionen Euro sollen vor allem die lokale Wirtschaft in Hanau im Kampf gegen die Krise stärken. 

Hanau

Stadt schnürt Hilfspaket

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Fünf Millionen Euro sollen vor allem die lokale Wirtschaft in Hanau im Kampf gegen die Krise stärken. Der Beschluss fällt einstimmig.

Zusätzlich zu den Hilfen von Bund und Land schnürt die Stadt Hanau ein eigenes, fünf Millionen Euro umfassendes Paket, um den Folgen der Corona-Krise entgegenzuwirken. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss, der derzeit anstelle der Stadtverordnetenversammlung tagt, am Montagabend einstimmig beschlossen. Mit drei Millionen Euro sollen Händler, Gastronomen und Dienstleister unterstützt werden, Vereine und Initiativen mit zwei Millionen Euro. Das Geld solle „einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele Strukturen unseres alten Lebens erhalten bleiben“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Kernelement der am 10. September beginnenden Kampagne „Hanau steht auf Geschenke“, die die lokale Wirtschaft stärken soll, sind Prämien: Wer bei einem oder mehreren der etwa 230 „Grimmscheck“-Anbieter – einem stadtweiten Einkaufsgutschein – mindestens 50 Euro Umsatz macht, erhält einen Gutschein. Einzelne Kassenbons können ab einem Wert von zehn Euro angerechnet werden. Für 50 Euro Umsatz gibt es einen 5-Euro-Scheck, für 250 Euro einen 50-Euro-Scheck. Die Aktion, die zu weiteren Einkäufen anregen soll, läuft bis zum 3. November. Der Umtausch der Bons ist bis Ende November möglich. Darüber hinaus können Restaurants oder Geschäfte ihren Kunden andere Vorteile bieten, etwa Parktickets oder Busgutscheine. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Stadt.

Auf Vorschlag der Grünen, die mit SPD, BfH und FDP eine Koalition bilden, wurde das Einkaufsprogramm um eine soziale Komponente ergänzt. Bürger, die bedürftig sind und daher über einen „Hanau-Pass“ verfügen, bekommen einen 25-Euro-Einkaufsgutschein, ohne dass sie vorher Umsatz machen müssen. Der Stadtverordnete Sascha Feldes begründete den Vorstoß damit, dass die Corona-Krise die vorher schon schwierige Situation einkommensschwacher Hanauer drastisch verschärft habe. Der Pass soll erweitert werden, zum Beispiel um die kostenlose Teilnahme an VHS-Kursen. Zudem können Bedürftige Bildungs- und Nachhilfegutscheine beantragen.

Vereinen und Initiativen sichert die Stadt zu, Fördermittel in der vereinbarten Höhe zu zahlen, auch wenn sie ihre Leistungen aufgrund von Corona nicht im geplanten Umfang erbringen konnten. Sollte es deshalb zu finanziellen Einbußen gekommen sein, will Hanau diese ausgleichen. Dafür stünden 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für Kulturschaffende werde es einen eigenen Fonds geben.

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