Hanau

Hanau: Sparkasse profitiert vom Bauboom

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Das Kreditinstitut erzielt 2019 neun Millionen Euro Überschuss. Ob die Stadt Hanau und der Kreis davon profitieren, ist unklar. Derweil wappnet sich die Sparkasse gegen die Coronakrise.

Trotz Niedrigzinsphase hat die Sparkasse Hanau 2019 nach eigenen Angaben einen Überschuss von neun Millionen Euro erzielt, wie in den beiden Jahren zuvor. Das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut erhöhte sein Gesamtkapital damit auf 500 Millionen Euro.

Es profitierte besonders vom starken Zuzug in die Stadt und den Altkreis Hanau, wie 7100 neue Girokonten zeigen. Darüber hinaus schlug sich der Bauboom in der 98 000-Einwohner-Stadt sowie Städten wie Erlensee positiv im Ergebnis nieder. Die Schulden, die Kunden bei der Sparkasse haben, stiegen von 2,89 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 3,12 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das Geld wurde überwiegend zur Baufinanzierung verwendet. Rund 600 private Wohnungsbaudarlehen wurden 2019 gewährt, mit einem Volumen von rund 345 Millionen Euro.

Zum Teil floss das Geld auch in die Eigentumswohnungen der Siedlung „Triangle Housing“ im sogenannten Pioneer Park in Hanau-Wolfgang. Der Vertrieb der Triangle-Wohnungen lief ausschließlich über die Sparkasse. Mittlerweile seien „nahezu alle“ der 372 sanierten Einheiten verkauft, so Vorstandschef Ingo Wiedemeier. 50 Prozent der Käufer kämen aus Hanau, 30 Prozent aus dem Altkreis Hanau, Frankfurt und Offenbach.

Sparkasse Hanau

Trägerist der Sparkassen-Zweckverband der Stadt und des Main-Kinzig-Kreises. Der Geschäftsertrag lag 2019 bei 110,8 Millionen Euro, 2018 waren es 111,3. Der Überschuss nach Anzug von Steuern betrug wie 2018 neun Millionen Euro. Das Kreditinstitut zahlte eine Million Euro an Spenden und Sponsoring aus. Die Antwort darauf, wer von letzterem in welchem Umfang profitierte, verweigert die Sparkasse.

Wer kein Schüler, Student, Azubi ist und keine Gebühren zahlen will, hat praktisch nur die Möglichkeit, Online-Dienste zu nutzen. Sonst fallen Gebühren an, etwa zwei Euro pro Monat für die Kontoführung beim „Basis-Paket“ und unter anderem je zwei Euro für Überweisungen mit Beleg. 

In den vergangenen Jahren schüttete die Hanauer Sparkasse zwei Drittel ihres Überschusses an die Stadt Hanau und den Main-Kinzig-Kreis, ihre Träger, aus. Ob dies auch in diesem Jahr geschieht, „entscheidet der Verwaltungsrat der Sparkasse in seiner Sitzung im Juni“, teilt Sprecher Stefan Schüßler auf FR-Anfrage mit.

Angesichts der Coronakrise ist es gut möglich, dass die Sparkasse zumindest etwas weniger ausschüttet, um ihr Kapital zu erhöhen. Wegen des Virus hat auch das Kreditinstitut einen Notfallplan aufgestellt, mit dem der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden soll, auch die Buchungs- und Überweisungssysteme. Der normale Betrieb ist jedoch bereits eingeschränkt, laut Schüßler wurden „sechs Filialen bis auf weiteres geschlossen, um personelle Lücken in anderen Filialen zu schließen“. Alle Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals hingegen könnten weiterhin genutzt werden.

Ob die Sparkasse in Not geratenen Firmen bei der Rückzahlung von Krediten entgegenkommt, ist unklar: „Wir sind derzeit in intensiven Gesprächen mit unseren Firmen- und Gewerbekunden und prüfen jeden einzelnen Fall, wie wir in dieser schwierigen Phase helfen können“, so Schüßler.

Ihre Wertpapierstrategie will die Sparkasse trotz der Krise nicht wechseln. Das Geschäft solle weiter ausgebaut werden: Die aktuelle Zinssituation werde sich wohl mindestens bis 2025 nicht ändern. Wer „einen realen Vermögenszuwachs“ erzielen möchte, komme an Wertpapieren nicht vorbei, meint der Sparkassen-Sprecher.

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