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Das Haus des Handwerks (l.) und das Kanzleigebäude (r.) werden jetzt weiterhin provisorisch genutzt.
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Das Haus des Handwerks (l.) und das Kanzleigebäude (r.) werden jetzt weiterhin provisorisch genutzt.

Hanau

Hanau: Pläne für Schlossplatz gescheitert

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die Verträge mit der Baugesellschaft und der Terramag GmbH wurden einvernehmlich aufgehoben. Das Vorhaben sei mit der bisherigen Ausrichtung nicht mehr wirtschaftlich, heißt es.

Vor etwa einem Jahr hieß es vonseiten der Stadt Hanau, der Umbau des Schlossplatzes in der Altstadt werde bis Ende 2021 auf Eis gelegt – wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Danach sollte es losgehen. Doch jetzt steht fest: Das Projekt wird nicht verwirklicht. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, habe der Magistrat zugestimmt, die Konzeptvergabe für das Areal am Kanzleigebäude und dem Haus des Handwerks sowie den Kauf- und Erbbaurechtsvertrag aufzuheben – den Angaben zufolge im Einvernehmen mit der städtischen Baugesellschaft Hanau (BGH) und dem privaten Planungsbüro Terramag, die als Bietergemeinschaft aufgetreten waren und nach einer kontroversen Diskussion den Zuschlag erhielten.

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte im Herbst 2019 für ihr Konzept, eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gastronomie. Die Mitbewerber hatten das Nachsehen. Die Frankfurter Gruppe KCI setzte auf einen historisierenden Stil, wollte die alte Erbsengasse wiederherstellen und ein Hotel bauen; der Wiesbadener Investor 3W plante Gastronomie, Veranstaltungsräume, Wohnen und ein Hotel.

Die Erneuerung des Gebietes, zu dem der Fronhof gehört, ist das letzte Großprojekt des großangelegten Stadtumbaus. Der Freiheitsplatz, wo das Einkaufszentrum Forum und das Kulturforum errichtet wurden, ist fertig, der Marktplatz, wo noch das Neustädter Rathaus saniert wird, weitgehend, ebenso wie der nahegelegene Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Das Aus für das wichtige Vorhaben in der Altstadt bremst die Entwicklung erheblich. Wann und wie sie fortgesetzt wird, ist ungewiss.

Die Pläne

Die Stadt griff bei der Entscheidung über die Zukunft des Schlossplatz-Areals auf die sogenannte Konzeptvergabe zurück.

Dabei sollten nicht die Interessenten mit dem höchsten Kaufpreisgebot den Zuschlag für die Umgestaltung erhalten, sondern das im Hinblick auf Stadtentwicklung, Nutzung und Architektur beste Angebot.

Kritiker sprachen von einem nicht ergebnisoffenen Verfahren, was die Stadt zurückwies. Die Vergabe sei fair gewesen, die Bietergemeinschaft aus Baugesellschaft und Terramag habe das beste Konzept gehabt. gha

Als Grund für die Aufhebung der Verträge gibt Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) an, aufgrund der andauernden Pandemie seien die bisherigen Pläne nicht mehr wirtschaftlich, was er sehr bedauere. Laut dem Konzept sollte die Tanzschule Berné große Flächen mieten, Menschen aus allen Altersgruppen anziehen und so das gesamte Quartier beleben, so Kaminsky. Dies sei zumindest derzeit nicht möglich. Unklar ist, weshalb die Entscheidung nicht schon früher getroffen wurde. Die ökonomischen Folgen von Corona zeichnen sich zum Teil schon lange ab.

Eine Alternative, „die für ähnlich gute Frequenzen in der Altstadt sorgen würde“, sei auf absehbare Zeit auch nicht verfügbar, sagt der Oberbürgermeister.

So werden die Flächen und Gebäude bis auf weiteres provisorisch genutzt: Im Kanzleigebäude und im Haus des Handwerks sind die Hanau Marketing GmbH, das Veranstaltungsbüro und das Hygieneteam der Stadt untergebracht sowie die Fraktionen aus dem Stadtparlament, die später ins Neustädter Rathaus ziehen sollen.

Zum Teil könnte die Nutzung auch lange so bleiben, wie sich andeutet. So sagt Kaminsky hinsichtlich der städtischen Jugendarbeit, die hier ebenfalls eine Anlaufstelle hat, es werde überlegt, wo in der Innenstadt „ein ähnlich attraktiver Ort“ gefunden werden könne. Die „Wirtschaft im Hof“ im früheren Fronhof, eine Art Pop-up-Gastronomie mit temporären Angeboten und kulturellen Veranstaltungen, wird von der Stadt ebenfalls positiv und als „Labor“ bewertet, um verschiedene Ideen auszuprobieren.

Daran wolle die Stadt die nächsten zwei bis drei Jahre „festhalten, um dann neu zu reflektieren, welche Richtung die Entwicklung des Areals einschlagen soll“, so Kaminsky.

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