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Hanau

Hanau: Parlament stimmt für riesiges Rechenzentrum

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die Pläne für die frühere Großauheim-Kaserne nehmen eine wichtige Hürde. „Die Fraktion“ übt derweil Kritik am Vertrag mit dem Investor.

Einstimmig hat das Hanauer Parlament am Montagabend Pläne für ein Großprojekt beschlossen: die Entwicklung der 38,5 Hektar großen Großauheim-Kaserne mit dem Bau eines Rechenzentrums auf 250 000 Quadratmetern Fläche. Lediglich die drei Stadtverordneten der „Fraktion“, zu der sich die Linke und „Die Partei“ zusammengeschlossen haben, enthielten sich. Die anderen 56 Parlamentarier:innen, etwa von SPD, CDU, Grünen, FDP, stimmten für den Entwurfs- und Offenlagebeschluss. Jetzt werden Öffentlichkeit und Behörden beteiligt. Den Satzungsbeschluss, die letzte Hürde, strebt Hanau für das Jahresende an.

Die Projektgesellschaft P3 Hanau, hinter der der Logistikentwickler P3 steht, plant hier Rechenzentren, die in der Endausbaustufe 80 Megawatt Strom pro Jahr benötigen – doppelt so viel wie ganz Hanau. Zudem sollen auf dem einst von der US-Army genutzten Areal ein Umspannwerk, eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von sieben Megawatt und Blockheizkraftwerke errichtet werden. Mit Letzteren will sich die Stadt bei der Fernwärme unabhängig vom Großkrotzenburger Kraftwerk Staudinger machen, weil die Verträge mit dem Betreiber Uniper 2024 auslaufen.

Riesige Rechenzentren – die derzeit in mehreren Rhein-Main-Kommunen, etwa Offenbach, entstehen – sind umstritten und haben teils gravierende Nachteile, wie auch Befürworter einräumten. OB Claus Kaminsky (SPD) nannte den enormen Strom- und Wasserverbrauch, Flächenbedarf sowie die Abwärme. Doch insgesamt biete das Projekt Hanau viel mehr Chancen, etwa die Ansiedlung innovativer, exportunabhängiger Firmen aus der IT-Branche und mehr Gewerbesteuer.

Der mit P3 geschlossene städtebauliche Vertrag enthalte klare Vorgaben beim Umweltschutz. So müsse der verbrauchte Strom am Anfang zu 80 Prozent und nach fünf Jahren komplett aus erneuerbaren Energien stammen. Das Areal biete kaum andere Möglichkeiten: Ihm seien auch wegen der Anwohner „zwei Millionen Mails am Tag lieber als 5000 Lkw“, so Kaminsky. Seiner Ansicht nach würde das Zentrum wegen der Nähe zum großen Internetknoten in Frankfurt sonst in Nachbarstädten entstehen – ohne dass Hanau Einfluss nehmen könnte.

Grünen-Fraktionschef Stefan Weiß mahnte, genau auf die Umsetzung der Pläne zu achten und Innovationen, etwa bei der Wärmerückgewinnung, in dem Zentrum schnellstmöglich zu nutzen. Timotheus Barchanski (Die Fraktion) fragte, was passiere, wenn P3 die Verträge nicht einhalte. Diese seien etwa im Hinblick auf Sanktionen unklar. Zudem kritisierte er den wohl aus steuerlichen Gründen gewählten Sitz der Projektgesellschaft in Luxemburg. Das sei nicht zu tolerieren. Wer in Hanau so ein Projekt starte und Geld verdienen wolle, müsse sich hier niederlassen. gha

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