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Michael Englert, Quartiersmanager für den Hanauer Hafenpark.
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Michael Englert, Quartiersmanager für den Hanauer Hafenpark.

Viertel

Hanau: Denkmalgeschütztes Hafentorviertel soll umgestaltet werden

Der Wohnkomplex aus den 1920er Jahren in Hanau soll aufgewertet werden. Dafür ist Michael Englert da.

Hanau - Im mit großen Bäumen begrünten, aufgeräumten Hinterhof gurren und glucksen Hühner in einer begehbaren Voliere, an der Pflanztöpfe mit Petersilie und Kresse hängen. Das Federvieh ist ein junges Projekt für die Bewohner:innen der Baugesellschaft Hanau. Nicht selten wird das Idyll von Poltern und Motorenlärm der Lastwagen gebrochen, die die Betriebe an der Kaianlage ansteuern.

Am „Hafentor“, ein 200 Meter langer, denkmalgeschützter Wohnkomplex aus den 1920er Jahren soll noch so manches besser werden. Seit drei Jahren befindet sich das Hafentorviertel im Programm Soziale Stadt. Die Sanierung des markanten Baus mit 160 günstigen Wohnungen ist seitdem vorangekommen. Ateliers und Künstlerwohnungen sind geschaffen worden. Kreative sollen als Soziokatalysatoren wirken. Bislang sind 3,1 Millionen Euro als Förderung in das Viertel geflossen, darunter 800 000 Euro von der Stadt Hanau. Nun ist ein Quartiersmanager eingestellt worden, auch um die Entwicklung zu forcieren.

Hanau: Quartiersmanager für das Hafentorviertel

Der 36 Jahre alte Diplom-Soziologe Michael Englert betreut als Quartiersmanager ebenfalls das Offenbacher Senefeldviertel. „Die Menge der Probleme ist hier ähnlich, nur die Zahl der Menschen ist deutlich geringer“, sagt er. Englert ist Beschäftigter beim Dienstleister Qurban in Siegburg und wird die Entwicklung im Hafentorquartier begleiten. „Das Büro am Hafentorplatz ist zugleich eine niederschwellige Anlaufstelle sowie mit seinem Versammlungsraum ein Treffpunkt für Bewohner, Vereine und Institutionen.“

Der Quartiersmanager mit seinen drei Sprechzeiten in der Woche ist jedoch keineswegs allein die Adresse bei Anliegen der Bewohner:innen. Er ist auch Motivator, damit die Menschen dort an der Entwicklung ihres Quartiers teilnehmen. Den Rahmen hierzu gibt ein integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept vor. „Ich gehe auf die Leute zu, spreche sie an und versuche, Multiplikatoren mit ins Boot zu bekommen“, sagt er. Vor Ort sein und eine Wunschliste erstellen, sei etwa ein erster Schritt.

Hanau: Bereitschaft der Menschen „relativ hoch“

„Die Bereitschaft der Menschen mitzumachen ist relativ hoch, wenn es um konkrete bald realisierbare Dinge geht und nicht um solche, die vielleicht in zehn Jahren kommen.“ Ein Objekt hat sich Englert schon ausgeguckt, eine Brachfläche, die als Parkplatz genutzt wird. „Dort steckt Entwicklungspotenzial ohne Ende drin.“

Laut einer Studie von 2018 liegt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung leicht über den Durchschnitt der Stadt, ebenso der Ausländeranteil mit gut einem Drittel. Zum Viertel zählen neben dem Hafentor eine Moschee, eine Kleinsiedlung und dazwischen die Anna-Siedlung, ein heruntergekommenes, kaum noch bewohntes Spekulationsobjekt. Zu Rettung der 120 Wohnungen will die Stadt bei nächster Gelegenheit von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

„Das Hafentorviertel liegt städtebaulich isoliert“, erläutert Englert die Notwendigkeit, den öffentlichen Raum mit Flächen für mehr Lebensqualität umzugestalten. Im Rücken des Viertels liegt der Hafen und vorne zur Stadt hin ein Schienenband und eine tosende vierspurige Straße. Geschäfte oder einen Friseur gibt es nicht. Ein Lokal liegt im Gewerbegebiet des Hafens. Zur nahen Innenstadt geht es auf direkten Weg nur durch Unterführungen. „Wenn es dunkel ist, nutzt die kaum jemand“, sagt Englert.

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