Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Für Holger Kliems „Die Löwin, Reminiszenz an August Gaul“ im Kunstkaufladen gibt es schon eine Reihe von Interessent:innen.
+
Für Holger Kliems „Die Löwin, Reminiszenz an August Gaul“ im Kunstkaufladen gibt es schon eine Reihe von Interessent:innen.

Hanau

Hanau: Meisterwerke neben Hobbymalerei im Kunstkaufladen

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
    schließen

Der neue Kunstkaufladen „Tacheles“ ist eröffnet. Mit ihm will die Stadt die City aufwerten.

Da das Grinsen des Sprinters Usain Bolt, auf dem preisgekrönten Foto des Reuters-Fotografen Kai Pfaffenbach. Dort, in Blau, August Gaul und seine Löwin, auf dem Bild des Künstlers und TSG 1899 Hoffenheim-Sprechers Holger Kliem. Drüben das Landschaftsidyll eines Hobbymalers. Und viele weitere, ganz unterschiedliche künstlerische Reize. Eine Art kreatives Chaos; das Auge wird gefordert und oft überrascht.

Schauplatz: Der Kunstkaufladen „Tacheles“ in der Innenstadt, der am heutigen Dienstag eröffnet. Auf 400 Quadratmetern und zwei Etagen können Interessierte sich hier mehr als 1300 Kunstwerke von 130 Kreativen – 80 Prozent von ihnen kommen aus dem Raum Hanau – anschauen und kaufen, zum Preis von 30 bis höchstens 500 Euro. Darunter Malereien, aber auch Skulpturen, Keramiken, Skulpturen, Designobjekte. Das Sortiment soll alle sechs Monate wechseln. „Der rote Faden ist, dass es keinen roten Faden gibt“, sagt Ladenleiter Engin Dogan, der selbst Maler und Kalligraph ist. Alles hänge bewusst durcheinander, Hobbykünstler neben Profis und Nachwuchstalenten, konkret neben abstrakt. So entstehe der bunte Charakter eines Kaufladens. Das Ziel: Kunst spontan, ohne „Hemmschwelle“ betrachten und kaufen. In der Region „gibt es eine beeindruckend große Szene, die im Untergrund brodelt.“ Kreative werden im Video vorgestellt. Auch Lesungen, Workshops etwa zu Graffiti-Kunst und Diskussionen sollen im Laden stattfinden. Darüber hinaus werden beispielsweise Leinwände und Farben angeboten.

Früher war hier ein Schuhgeschäft, danach standen die Räume leer. Der Kunstkaufladen gehört zu den Mitteln, mit denen die Stadt Hanau zum einen dem Leerstand und zum anderem der Häufung etwa von Handyläden in manchen Straßen entgegenwirken will. Dazu hat das Parlament sogenannte städtebauliche Maßnahmen und Vorkaufssatzungen beschlossen. Damit kann die Stadt Einfluss auf die Zukunft von Immobilien nehmen.

Im Fall des Kunstkaufladens ist die städtische Hanau Marketing GmbH (HMG), die diesen betreibt, auf den Eigentümer der Immobilie zugegangen und hat ihre Idee vorgestellt. Dieser habe sie unterstützt und „günstige Mietkonditionen“ ermöglicht, sagt HMG-Geschäftsführer Martin Bieberle. Mit guten Konzepten könne der Kampf gegen Leerstand und „Amazonisierung“ erfolgreich geführt werden und die Innenstadt attraktiv bleiben.

Auf Anfrage der FR beziffert die HMG die laufenden Kosten im Kunstkaufladen auf 15 000 Euro pro Monat, die Ausgaben für Umbau und Einrichtung auf 70 000 Euro. Vom Verkaufspreis der Werke bekommt die GmbH zehn Prozent Provision, zudem hofft die Stadt auf eine Förderung durch das Innenstadt-Programm des Landes Hessen. Der Mietvertrag läuft seit März bis mindestens Ende September 2021. Er verlängert sich, bis ein Nachmieter gefunden ist. Tritt Letzteres ein, soll das „Tacheles“ weiterziehen. Der Laden sei „modular“ eingerichtet, so dass er in kurzer Zeit woanders aufgebaut werden könne.

Der Name, Tacheles, spielt auf das gleichnamige Kunst- und Kulturhaus in Berlin an. Holger Kliem kennt die legendäre Einrichtung als Ort der Begegnung und des Austausches: „Sie stand für Offenheit und Toleranz.“ So soll es auch in Hanau werden.

Tacheles in der Nürnberger Straße 31-33 ist montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf www.hanauaufladen.jetzt/tacheles.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare