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Hanau: Mehr Zeit für Gespräche mit den Filmemachern

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Beim 8. Kurzfilmfestival „jung & abgedreht“ stehen Änderungen an. Rund 200 Beiträge wurden eingereicht.

Das bundesweite Kurzfilmfestival „jung & abgedreht“ für Filmemacher von 14 bis 27 Jahre modifiziert in seinem achten Jahr den Ablauf. Überdies wird ein weiterer Sonderpreis ausgelobt: Der Zonta-Club Hanau vergibt 300 Euro an die beste Regisseurin im Wettbewerb. Im vorigen Jahr gab es aus der gesamten Republik und dem benachbarten Ausland rund 200 Einsendungen – von Schülern bis hin zu Absolventen der Filmhochschulen.

30 Filme in unterschiedlichen Kategorien haben nach einer Vorauswahl das Finale erreicht und werden am Sonntag, 26. Januar, in einem Hanauer Großkino von Publikum und einer achtköpfigen Fachjury bewertet. Der Festivalsieger darf den Trailer für die nächste Ausgabe von „jung & abgedreht“ unter professionellen Bedingungen drehen. Schirmherr des Festivals ist seit Jahren der Schauspieler Dominic Raacke.

Die Reduzierung auf 30 Beiträge, die in die Endausscheidung kommen, ist ein Tribut an die Nominierten. Das bisherige Prozedere von Anmoderation und Filmvorführung wird erweitert, indem die Filmemacher zu ihrem Streifen auf die Kinobühne geholt werden und über ihr Werk sprechen, auch mit den Zuschauern. Mehr Pausen sollen zudem mehr Möglichkeiten für den Dialog bieten.

Der Wettbewerb

jung & abgedrehtbesteht seit 2012. 2015 übernahm die AWO Hanau die Trägerschaft von der Stadt.

Als Preisewerden in den Kategorien Filmtechnik-Gutscheine und bei Sonderpreisen Bargeld ausgelobt.

Das Finalemit Publikum beginnt am Sonntag, 26. Januar, um 13 Uhr im Kinopolis Hanau, Am Steinheimer Tor 17. Karten gibt es bereits im Vorverkauf. 

www.jungundabgedreht.de

„Es ist der Kern eines Filmfestivals, dass Filmschaffende und Publikum ins Gespräch kommen“, sagt Daniel Siebert, Regisseur und Produzent sowie Festivalmitorganisator und Juryvorsitzender. Diese Änderung sei bereits länger angedacht gewesen, man habe sich bloß nicht getraut. Aber Zeit für einen Austausch der Teilnehmer und Besucher sei auch deshalb wichtig, weil Laien und angehende Profis aufeinandertreffen. Den klanglichen Hintergrund bietet DJ C-Rock aus Frankfurt mit Electro-Beat – ebenfalls eine Neuerung.

Was 2012 für junge Leute aus der Region mit Smartphone-Filmchen begann, ist längst zu einem ambitionierten, bundesweit beachteten Wettbewerb geworden. Davon zeugen das Budget in Höhe von 30 000 Euro und die anhaltend vielen Einsendungen. „Es gab noch einmal ein Qualitätssprung“, sagt Siebert, entsprechend schwer sei die Vorauswahl gefallen.

Im Unterschied zum Vorjahr seien Beitrage vor allem ihrer Qualität und nicht etwa wegen anstößiger Inhalte aussortiert worden. Rap- oder Hiphop-Musikvideos mit frauenfeindlichen oder sexistischen Texten seien bis auf eine Ausnahme nicht darunter gewesen; dieser Beitrag sei in der Vorjury kontrovers diskutiert worden, bevor er ins Finale durchgewinkt wurde. Dabei handelt es sich um eine Parodie auf das Machogehabe in Rap-Videos. Franziska Weber, die 14 Jahre alte Autorin, verzichtet auch nicht auf die derben Sprüche der Szene. Wenn der Beitrag läuft, werde das junge Publikum den Saal verlassen müssen, kündigt Siebert an.

Einsendungen können in vier alters- und genrespezifischen Kategorien erfolgen: Kurzfilme für die Altersgruppe 14 bis 18 und 19 bis 27 Jahre, Young Professionals, die bereits zwei Drittel der Einsendungen zum Festival ausmachen, sowie Musikvideos. Die einstige Zielgruppe des Festivals bildet das Zwischenprogramm unter dem Titel „Regionale Helden“.

Schwerpunkte seien Umweltthemen wie Fleischkonsum und Plastikmüll, gefolgt von der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft und psychischen Erkrankungen wie dem Tourettesyndrom, berichtet Anna Jagust, verantwortlich für Koordination und Organisation. Daneben seien wieder viele experimentelle Filme eingegangen. Zumeist mit abstrakten Inhalten, manche aber auch mit Plot, ergänzt Siebert.

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