In Schloss Philippsruhe mangelt es nicht daran, aber vor allem in der Innenstadt braucht Hanau deutlich mehr Grünflächen.
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In Schloss Philippsruhe mangelt es nicht daran, aber vor allem in der Innenstadt braucht Hanau deutlich mehr Grünflächen.

Hanau

Hanau: Für mehr Grün auf Dächern und Flächen

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Hanau erstellt ein digitales Kataster, um Bürgern das Entsiegeln und Begrünen zu erleichtern. Ziel ist es, mehr grüne Inseln in der Stadt zu schaffen.

Dächer, die im Satellitenbild orange erscheinen, sind sehr gut geeignet, um bepflanzt zu werden, gelbe gut, blaue nicht: Was auf welches Dach zutrifft, zeigt das neue „Gründach- und Entsiegelungskataster“ der Stadt Hanau. Nach den Worten von Anja Zeller, der Leiterin der Stabsstelle Nachhaltige Strategien, soll das Kataster zu „mehr grünen Inseln“ beitragen. Diese verbesserten das Stadtklima, indem sie schlechte Luft filterten, Insekten Lebensraum böten und das Versickern von Wasser erleichterten.

Das digitale Werkzeug trifft eine Aussage darüber, ob und auf wie vielen Quadratmetern Grün grundsätzlich möglich ist, auf den Dächern und auch am Boden, etwa im Hinterhof. Abhängig ist das unter anderem von der Schräge und Ausrichtung eines Dachs. Im Detail müssen die Möglichkeiten individuell geprüft werden. Die Stadt bezahlt 30 Vor-Ort-Termine mit Landschaftsgärtnern, für die sich Hanauer bewerben können (per Mail an klima@hanau.de). Tüten mit Blumensamenmischungen werden auf Anfrage gratis per Post verschickt.

Auf der Webseite können Interessierte zudem erfahren, wie man entsiegelt und welche Pflanzen empfohlen werden. Dazu gibt es ein Erklärvideo. Das Kataster hat die Firma Klärle, die Kommunal- und Umweltplanung anbietet, für etwa 28 000 Euro entwickelt. Finanziert wurde das Projekt mit Geld, das die Stadt als Entschädigung für Fluglärm erhält; in den vergangenen Jahren waren dies jeweils 60 000 Euro. Nach städtischen Angaben handelt es sich um das erste Kataster dieser Art. In Marburg und Bremen gibt es demnach bereits ein Kataster für Gründächer, nicht aber für Entsiegelung.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, dass Hanau bis 2040 klimaneutral sein muss. Das Kataster soll ein Baustein dafür sein. In den ersten Tagen sei die Resonanz positiv gewesen, sagt Zeller. Rund 50 Tüten mit Samen seien bereits verschickt worden und erste Anfragen für Beratung eingegangen.

Weitere Infos: www.klima.hanau.de

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