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Der Entwurf „WIR“ von Susanne Lorenz ist in der Endrunde. Stadt
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Der Entwurf „WIR“ von Susanne Lorenz ist in der Endrunde. Stadt

Hanau

Hanau: Konflikt um Mahnmal

Die Entscheidung wurde nach einer langen Debatte verschoben. Knackpunkt ist der Standort des Mahnmal, das an den 19. Februar erinnern soll.

Eigentlich sollte am Donnerstag die Vorentscheidung für das Mahnmal fallen, das an den rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 erinnern soll. Fachbeirat und Jury, der Hinterbliebene angehören, sollten nach einem Gespräch mit den Hanauer Fraktionsvorsitzenden eine Empfehlung abgeben. Für November ist nun noch ein Treffen geplant. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, bestehe wegen Kontroversen noch Beratungsbedarf. Nach FR-Informationen trifft es die Formulierung nicht: Die Diskussion bis in den späten Abend war phasenweise höchst emotional; Angehörige waren enttäuscht darüber, dass OB Claus Kaminsky (SPD) und die Koalition aus SPD, CDU, FDP den Marktplatz als Standort zumindest derzeit offenbar kategorisch ablehnen, unterstützt von BfH und „Republikanern“. Teile der Grünen und „Die Fraktion“ sind anderer Meinung.

Zwei Entwürfe im Rennen

Einige der Betroffenen erwogen, sich von dem Mahnmalprojekt zu distanzieren.

Für den 8. November war der Beschluss der Stadtverordneten terminiert. Doch alles verschiebt sich. Der angestrebte Termin für die Realisierung des Werks – der zweite Jahrestag des Anschlags – dürfte kaum zu halten sein.

Am Donnerstag wurden zunächst zwei Entwürfe ausgewählt, die „weiter konkretisiert“ werden sollen, auch durch eine genauere Visualisierung, um Größe und Wirkung an Standorten besser zu beurteilen: „Einschnitt“ von Heiko Hünnerkopf, der Favorit der Angehörigen, und „WIR“ von Susanne Lorenz. Sie seien auch bei einem „Bürgerwochenende“ und einer Umfrage auf www.hanau-steht-zusammen.de am besten bewertet worden. Die Modelle von Carla Mausch („Der Vielfalt.“), Stephan Quappe Steffen („9“), Matthias Braun („Bruchstücke“) schieden aus.

„Wir als Angehörige favorisieren als Standort einstimmig den Marktplatz“, sagte Said Etris Hashemi für die Opferfamilien. Sie argumentieren unter anderem damit, dass das zentrale Gedenken mitten in der Stadt an einem herausgehobenen Ort stattfinden solle. Zudem kamen nach dem Anschlag viele Menschen lange Zeit am Grimm-Denkmal zusammen und gedachten der Ermordeten Hanauer:innen.

Kaminsky und der Großteil der Fraktionen sind gegen den Standort. Er sei „in seiner historischen Verbindung zu den Brüdern Grimm und in seiner Mischnutzung“ nicht der optimale Ort, gerade im Hinblick auf Stille und Gedenken, so Kaminsky. Er favorisiere den Kanaltorplatz, der in der Nähe des neuen Zentrums für Demokratie und Vielfalt sowie des ersten Tatorts liegt, und umgestaltet und aufgewertet würde.

Jedoch ist die vielbefahrene Gegend auch kein Ort der Stille, wie der Freiheitsplatz, der laut Kaminsky eine weitere Option ist.

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