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Im Hanauer Comoedienhaus inszenierte schon Friedrich Dürrenmatt. Foto: Renate Hoyer
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Im Hanauer Comoedienhaus inszenierte schon Friedrich Dürrenmatt.

Hanau

Hanau: Großer Sanierungsstau im Comoedienhaus

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die Finanzierung der dringend notwendigen Arbeiten ist noch nicht gesichert. Vor allem bei Technik und Brandschutz gibt es einiges zu tun.

Es ist ein Schmuckstück und für manche Schauspieler, etwa Walter Renneisen, „das schönste Theater“ überhaupt: das Comoedienhaus im Staatspark Wilhelmsbad. Hier standen Künstlerinnen wie Juliette Gréco auf der Bühne. Das 1781 eröffnete Barocktheater mit gut 200 Plätzen war nach dem Ende des Kurbetriebs im 19. Jahrhundert verfallen und öffnete erst 1969, nach aufwendiger Sanierung, wieder seine Türen.

Seitdem ist es kaum und schon gar nicht grundlegend erneuert worden: Die Technik ist veraltet, aber auch brandschutztechnisch und baulich entspricht das derzeit coronabedingt geschlossene Theater nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Um den Betrieb und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, sind – so die ersten Schätzungen in einer von der Stadt Hanau beauftragten Studie – Investitionen von 7,5 Millionen Euro notwendig. Eigentümer des Comoedienhauses ist das Land Hessen, dessen Schlösserverwaltung für den Park und die Anlagen zuständig ist. Geführt wird das Haus jedoch von der städtischen Betriebsführungsgesellschaft. Der Stadt wurde das Erbbaurecht übertragen. Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass Sanierungsstau herrscht. Anlässlich der Feierlichkeiten zur 50. Spielzeit nach der Wiedereröffnung im Jahr 2019 machte der Betreiber öffentlich darauf aufmerksam. Die Finanzierung der Arbeiten steht allerdings nicht, zumindest noch nicht.

Während der „Förderverein für das Karussell im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad“ mit „Stuhlpatenschaften“ Spenden für neue Technik sammelt, hat Hanau beschlossen, sich mit 1,875 Millionen Euro an den Sanierungskosten zu beteiligen. Der Bund will 3,75 Millionen Euro geben. Bei der fehlenden Summe sehen Hanau und OB Claus Kaminsky (SPD) das Land Hessen in der Pflicht, nicht zuletzt weil die Corona-Pandemie den städtischen Etat belaste. Daher warben sie im November 2020 in Briefen an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie ans Finanzministerium darum, den notwendigen Betrag beizusteuern. In den Antworten der Minister:innen Angela Dorn-Rancke (Grüne) und Michael Boddenberg (CDU) heißt es am Ende, sie sicherten „die konstruktive Begleitung des weiteren Verfahrens durch unsere Fachabteilungen“ sowie die „Prüfung weiterer Unterstützung für das Projekt“ zu. Weil sich danach nichts Konkretes tat, wies Hanau im Februar in einer Pressemitteilung darauf hin, dass das Land „noch nicht im Boot“ sei.

Jetzt teilt ein Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft auf Anfrage der FR mit, das Land werde die Maßnahme konstruktiv begleiten. „Zur weiteren Konkretisierung, auch hinsichtlich der finanziellen Beteiligung des Landes, braucht es als nächsten Schritt einen Antrag der Stadt.“ Im Hanauer Rathaus schien die Forderung gestern nicht bekannt zu sein, sollte aber lediglich eine Formsache sein, auch weil die Studie zur Sanierung vorliegt.

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