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Juz-Besucher haben die Gedenktafel erstellt.
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Juz-Besucher haben die Gedenktafel erstellt.

Hanau

Hanau: Gedenkstätte gegen das Vergessen

Jugendliche bauen in Hanau eine Gedenkstätte für die Opfer des 19. Februars. Vom Oberbürgermeister bekommen sie Zuspruch.

Mit einer unübersehbaren Gedenktafel am Eingang erinnert seit gestern das evangelische Jugendzentrum (Juz) K-town in Hanau-Kesselstadt an die neun Menschen, die ein Rassist am Abend des 19. Februar in dem Stadtteil und in der Innenstadt ermordet hat. Drei der Opfer waren über Jahre Besucher des Juz.

40 Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren haben die etwa einen Quadratmeter große messingfarbene Gedenkplatte unter anderem mit Abbildungen der Ermordeten gestaltet. Von den Beteiligten seien die Initiative und die Ortswahl ausgegangen. Enthüllt wurde die Tafel im Beisein von Vertretern der Stadt, der Ortskirchen und der Opferangehörigen.

„Wir haben uns gefragt, was wir machen können, damit die Getöteten 20 Jahre und länger in unserer Erinnerung bleiben“, sagte der 21-jährige Achmed der FR. Über die Ausführung sei viel diskutiert worden. Auch Geschwister der Ermordeten hätten sich eingebracht, sagt der junge Mann. Fast alles hätten die Juz-Besucher in Eigenleistung bewerkstelligt. Die Metallarbeiten zum Beispiel erledigte Achmed, ein gelernter Stahlbauer, der das K-town seit seinem zwölften Lebensjahr besucht. „Wir versuchen den Anschlag irgendwie zu verarbeiten“, sagte Sozialpädagoge Günter Kugler. Die Tafel sei aus persönlicher Betroffenheit und einem Gefühl der Bedrohung heraus entstanden. 16 Monate nach der Tat sei der Schrecken noch nicht verarbeitet, abgesehen von den physischen Folgen, unter denen die Verletzten noch heute litten. Es habe in den vergangenen Monaten mit den Jugendlichen immer wieder Gespräche gegeben, besonders mit Blick auf den ersten Jahrestag.

Damit sie auch außerhalb der Juz-Öffnungszeiten reden können, planen die Jugendlichen bereits ein zweites Projekt. Auf dem Vorplatz soll ein verwittertes Sitzrondell saniert und überdacht werden und zudem einen Springbrunnen erhalten. Wieder wollen die Jugendlichen alles selbst planen und umsetzen – und auch entscheiden, ob der Platz einen Namen erhalten wird. „Weitermachen“, ermunterte OB Claus Kaminsky (SPD) die Jugendlichen, „wir glauben an euch und dass ihr die Zukunft gestalten könnt.“

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