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Hanau: Für Vielfalt und Zusammenhalt

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Von: Gregor Haschnik

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Das Projekt „Die Kraft einer Stadt“ stellt stille Vorbilder vor.

Wolfgang Schwab hat sich bei der Stadt Hanau jahrzehntelang um den Ausländerbeirat gekümmert. Der interkulturelle Austausch lag ihm am Herzen, ebenso der interreligiöse Dialog etwa zwischen Muslimen, Juden und Christen. Dafür setzte er sich beruflich wie ehrenamtlich ein.

Julia Geberth kämpft seit mehr als zehn Jahren gegen Krebs – und unterstützt mit ihrem Blog viele andere Betroffene, macht ihnen Mut. Sie schreibt über „Scheißtage, die es zu überwinden gilt“, aber auch darüber, wie „wunderschön“ das Leben ist.

Geberth und Schwab gehören zu den Protagonist:innen des Projekts „Die Kraft einer Stadt“, das Hanauer Held:innen vorstellt, mit Fotos und Podcasts über ihre Geschichten. Verwirklicht wird das Projekt von Niko Deeg und Nicole Alice Deeg von der Jüdisch-Chassidischen Kultusgemeinde Breslev Deutschland, dem Fotografen Rafael Herlich und Filmemacher Mike Eiers. Es wird im Netz als „Pict-Cast“ sowie in einer Ausstellung präsentiert und gehört zu den Initiativen, die als Reaktion auf den rassistischen Terroranschlag – bei dem am 19. Februar 2020 neun Menschen ermordet wurden – entstanden sind und die über das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ gefördert werden.

Das Projekt

Die Ausstellung „Die Kraft einer Stadt - Stille Helden“ ist noch bis Ende dieses Monats in der Volkshochschule Hanau, Ulanenplatz 4, während der Öffnungszeiten zu sehen und zu hören. Danach zieht die Schau weiter in die Innenstadt, der Ort wird demnächst bekanntgegeben.

Im Netz gibt es die Fotos und die Geschichten dahinter unter www.anchor.fm/die-kraft-einer-stadt.
Weitere Infos sind auf der Webseite www.demokratie-leben-hanau.de
zu finden. gha

Dazu zählen auch eine Demokratiekonferenz, Kunstprojekte und Kampagnen. Ziel ist es, unter anderem den sozialen Zusammenhalt in der Stadt zu stärken und jeglicher Form von Diskriminierung entgegenzuwirken.

Was den Anschlag angeht, so sei er nach wie vor „sprachlos, erschüttert, traurig“, sagt Deeg. Gleichzeitig wachse in ihm die Zuversicht, „dass wir alle gemeinsam erneut einen Weg in eine gestärkte Zukunft gehen“. Deshalb „möchten wir Menschen zeigen, die mit ihrem täglichen Handeln für andere einstehen und helfen. Dies sind Menschen, die unsere Stadt stärken und tragen.“ Es handele sich um ein „Sozial- und Verständigungsprojekt“, sagt Deeg.

Porträtiert werden Menschen, die vor vielen Jahren „aus der Ferne zugezogen sind und die Stadt mit aufgebaut und geprägt haben“ sowie Hanauer:innen, die miteinander Sport machen, feiern oder arbeiten. Sie wurden mitten in der Stadt, zu Hause oder an ihrem Arbeitsplatz fotografiert, etwa auf dem Markt oder auf Streife. Es sind bekannte und weniger bekannte Leute dabei, aus unterschiedlichen Bereichen. Mit der Resonanz sei er zufrieden, erzählt Deeg. So seien die über Spotify zugänglichen Aufnahmen rund 8000 Mal aufgerufen worden.

Das Projekt sei längst nicht abgeschlossen, betont Deeg und ruft alle dazu auf, sich mit Vorschlägen zu weiteren Held:innen zu beteiligen. Auch die Präsentation der Ausstellung solle ausgeweitet werden, und zwar auch auf Hanaus Partnerstädte im Ausland.

Engagiert sich seit Jahrzehnten für Vielfalt und Austausch: Wolfgang Schwab. Rafael Herlich
Engagiert sich seit Jahrzehnten für Vielfalt und Austausch: Wolfgang Schwab. Rafael Herlich © Rafael Herlich

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