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Hanau

Förderverein muss dem Trauerzentrum finanziell aushelfen

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Trauerbegleitung in Hanau ist von einer Haushaltssperre des Bistums betroffen und müsste mangels Geld die Arbeit einstellen. Jetzt spring der Förderverein in die Bresche.

Nicht allein die Corona-Pandemie stellte die Arbeit des Trauerzentrums in Hanau auf eine harte Probe. Die Beratungsstelle des Bistums Fulda leidet auch unter einer zeitweiligen Haushaltskürzung. Das Budget für dieses Jahr wird erst am 19. März beschlossen. Eigentlich hätte die Trauerbegleitung nunmehr mangels Geld ruhen müssen, wäre nicht der Förderverein des Trauerzentrums für die katholische Kirche finanziell in die Bresche gesprungen.

„Wir haben für das erste Vierteljahr noch keine Stellenzusage“, sagt Werner Gutheil, Diösesanseelsorger für Trauernde und zuständig für das Zentrum, auf Anfrage. Mit Flyern werde nun um Spenden geworben. Die Trauerbegleitung stellt eine freiwillige Leistung der Kirche dar. Robert Eberle, Pressesprecher des Bistums, sagt, mit Hinweis auf die Sitzung des Kirchensteuerrates von Mitte November, bis zum Haushaltsbeschluss „dürfen nur Ausgaben getätigt werden, zu denen das Bistum verpflichtet ist, beziehungsweise die unabwendbar sind“. Zurzeit bestünde lediglich ein „kleineres Vorabbudget“ in Höhe von 5,5 Millionen Euro, das zur „Weiterführung oder Planung von dringend notwendigen Bauaktivitäten“ sowie zur Finanzierung von Hilfswerke und -projekt benötigt werde.

Hilfe bei Tod

Die Trauerbegleitung des Bistums Fulda arbeitet überkonfessionell für alle Menschen im Kirchenbezirk. Kontakt über das Trauertelefon unter Telefon 06181 / 42 898 73, Trauerzentrum, Rhönstraße 8, Hanau.
www.trauern-warum-allein.de und www.bonsalus.de

Dass sich das Bistum in diesem Jahr nicht das Budget von 2020 (knapp 152 Millionen Euro) leisten kann, hat dieser Tage Bischof Michael Gerber in seinem Ausblick auf 2021 deutlich gemacht, ohne jedoch schon konkret zu werden. Er verkündete, dass die Kirche wieder zu ihren Kernaufgaben zurück finden müsse. Für Diösesanseelsorger Gutheil gehört dazu auch die Trauerbegleitung in Hanau. „Das Angebot gewinnt zunehmend an Wichtigkeit. Die Zahl der Kontakte ist von anfänglich fünf auf 35 bis 40 pro Monat gestiegen.

Astrid Heide kann sich auch trotz Kontaktbeschränkung wegen Corona nicht über fehlende Arbeit beklagen. „Jetzt geht alles nur noch über Telefon“, sagt Heide, die seit kurzem neben ihrer halben Stelle bei der Diakonie im Fachbereich Betreutes Einzelwohnen nach einer Qualifizierung im Palliativteam als Freiberuflerin im Trauerzentrum tätig ist. Das Gespräch von Angesicht zu Angesicht sei in der Trauerbegleitung wichtig. Noch bevor die Pandemie im vergangenen Frühjahr richtig Anlauf nahm, habe sich im Trauerzentrum noch eine Frauengruppe bilden können. So etwas telefonisch auf die Beine zu stellen, funktioniere nicht, aber die Fortsetzung. „Über das Telefon kann schon eine Verbundenheit aufgebaut werden“, sagt sie.

Anders als bei der Telefonseelsorge ist am Trauertelefon der Kontakt nicht anonym. Auch ist die Herangehensweise eine andere. Die Hinterbliebenen erhalten Hilfe, einen eigenen Weg im Umgang mit der Trauer zu finden, dazu zählen etwa Rituale oder das Zulassen von Wut und Erleichterung. Trauerarbeit kann bis zu zwei Jahre dauern. Im zweiten Jahr sei der Schmerz oft noch größer, so Heide. Besonders schlimm könnte dies bei Corona-Toten werden, da sich in der Regel die Angehörigen von dem Sterbenden nicht verabschieden können.

Werner Gutheil will es bei den derzeitigen Möglichkeiten des Trauerzentrums nicht belassen. Er erkundet derzeit neue Kanäle etwa Internetvideos und Zoom-Zusammenkünfte, aber auch Optionen zum Trauern in der Gemeinschaft, ohne Trübsaldruck, mit Talkrunden oder gemeinsamen Kochen.

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