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Hanau kämpft gegen die Vermüllung. Fürs Kaugummi-Wegspucken drohen nun saftige Strafen.

Hanau

75 Euro für ausgespuckte Kaugummis

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Stadt sagt mit hohen Bußgeldern den Kampf gegen die Vermüllung von Straßen und Plätzen an.

Hanau soll schöner werden und das ohne einen Euro zu investieren, sondern allein durch einen „erzieherischen Abschreckungseffekt“. Kaugummi auf dem Gehweg entsorgt, die Kippe auf dem Pflaster austreten oder die feste Hinterlassenschaft des vierbeinigen Begleiters nicht rückstandsfrei entfernen, all das soll für die Verursacher spürbare finanzielle Folgen haben.

Das Bußgeld ist nunmehr um 30 bis 125 Prozent angehoben worden. „Damit bewegen wir uns künftig am oberen Rand vergleichbarer Städte“, notiert Ordnungsdezernent Thomas Morlock (FDP). Nicht nur das. Das Bußgeld ist ein Richtwert und kann je nach Schwere des Verstoßes auf bis zu 5000 Euro angehoben werden, etwa wenn es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach der Gefahrenabwehrverordnung handelt.

Wer bislang beim Wegwerfen einer Zigarette in Hanau erwischt wurde, kam mit 20 bis 35 Euro vergleichsweise glimpflich weg. Künftig wird dieselbe Tat mit 75 Euro geahndet. Damit liegt Hanau deutlich vor Wiesbaden (50 Euro), Kassel (55) oder Frankfurt (30) und nahezu gleichauf mit Mannheim, das vor einem Jahr mit der Eröffnung der neugestalteten Shoppingmeile „Planken“ das Bußgeld für Abfallsünder überarbeitet hat.

Das Ordnungsamt Hanau wird auch 75 Euro von Kaugummispuckern verlangen. Morlock erklärt dies damit, das Gummiplacken aus Gehweg- und Straßenbelag schwierig zu entfernen sei. Das gilt auch für die erst vor wenigen Jahren neu gebauten Plätze und Fußgängerzonen, die mit einem Pflaster ausgelegt worden sind, von dem sich Kaugummi leichter ablösen lassen soll. Dazu hat der städtische Reinigungsbetrieb eine Spezialmaschine angeschafft, die dem festgetretenen Gummi mit Heißdampf und Wasserdruck zu Leibe rückt. Dennoch zeigt sich der Kampf gegen den Fleckenteppich zäh wir Kaugummi.

Zu einem teuren Pflaster werden auch Spielplätze. Personen, die dort gegen das Rauch- und Alkoholverbot verstoßen, werden mit 150 Euro zur Kasse gebeten. Wer seinen Hund zwischen Sandkasten und Spielgeräten „Geschäfte“ erledigen lässt, muss „mindestens“ 200 Euro berappen. Für Morlock ist klar, dass die Beträge allein nicht abschrecken. Das höhere Bußgeld könne seine präventive Wirkung „nur in Kombination mit verdichteten Kontrollen entfalten“ – und die sollen durch uniformierte und zivile Streifen der Stadtpolizei erfolgen.

Die Stadt reagiert mit diesen Maßnahmen nicht nur auf Beschwerden von Bürgern. „Sauberkeit im öffentlichen Straßenraum trägt ganz erheblich zu einer positiven Wahrnehmung bei und steigert das subjektive Sicherheitsempfinden“, erläutert der Ordnungsdezernent. Die „fehlende Regeltreue mancher Bürger“ koste die Stadt auch wegen des zusätzlichen Reinigungsaufwands viel Geld, sprich Steuereinnahmen. Eine Zahl gibt es nicht, jedoch soll allein die Beseitigung wilder Müllablagerungen im Stadtgebiet jedes Jahr mit rund 100 000 Euro zu Buche schlagen.

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