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Hanau

Hanau: Die „Kleine Parkwirtschaft“ steht wieder

Das Lokal im Staatspark Wilhelmsbad öffnet am 1. Oktober. Es war ein langer Wiederaufbau nach Brand vor sechs Jahren.

Wie aus dem Ei gepellt steht das einfamilienhaus-große Gebäude mit seiner Fassade im gedämpften Gelb zwischen den ehemaligen Kurbauten und der Minigolfanlage im Staatspark Wilhelmsbad. Gut zweieinhalb Jahre wurde die denkmalgeschützte „Kleine Parkwirtschaft“ wieder aufgebaut. In der Nacht zum 4. Mai 2015 fackelten mutmaßlich Kriminelle das Gebäude samt Anbau ab. Die Täter wurden nie gefasst. Am 1. Oktober wird das Lokal wieder öffnen, das seitdem unweit in einem Provisorium weitergelaufen ist. Das Land Hessen hat als Besitzerin in den Wiederaufbau und in den neuen, sich anschließenden Funktionsbau rund 6,2 Millionen Euro investiert.

Die dunkelbraunen Holztische und -stühle stehen noch zusammengestellt und in Folie gewickelt. Lediglich die über Eck gehenden Sitzgruppen laden zum Platznehmen ein, auf mokkabraunem Polster. Im Haus wuseln die Handwerker, auf der Außenanlage sind es die Gärtner, die Hand anlegen. An der westlichen Fassade steht noch ein Gerüst, damit die Arbeiter ihre Aufgaben erledigen können.

Pächter Gianni Zebi ist überglücklich. An die 25 Jahre war er Gastronom mit italienischer Küche in der Kleinen Parkwirtschaft und wird es bald wieder sein. „Sechs Jahre mussten wir den Betrieb in der Containeranlage durchhalten“, sagt Zebi auf Anfrage der FR. Die anfängliche Skepsis, ob das funktioniert, habe sich schnell aufgelöst. „Es ist sensationell, wie die Gäste uns die Treue gehalten haben“, sagt er mit Freude in der Stimme. „Die Wiedereröffnung am 1. Oktober wird im kleinen Rahmen stattfinden“, sagt Zebi. Allerdings wird es am „6. und 7. Oktober einen Tag der offenen Tür geben. Damit wollen wir uns bei allen Hanauern für die Unterstützung bedanken“, sagt der Gastronom.

Zufriedenheit herrscht auch bei Kirsten Worms, Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. „Ich freue mich, dass der Staatspark Wilhelmsbad seinen alten Gasthof zurück erhält“, sagt sie. Mit dem Anbau sei wieder das Ensemble von einst entstanden.

Beim Wiederaufbau hat der Bauherr, der Landesbetrieb Bau- und Immobilien Hessen, das Raumkonzept überarbeitet. Dazu zählt eine neue, barrierefreie Toilettenanlage. Die Küche ist mit der Haustechnik nun nebenan im unauffällig wirkenden Funktionsbau aus Holz untergebracht, der über einen kurzen, gläsernen Gang mit dem Wirtshaus verbunden ist. Damit gibt es zwei Gasträume mit zusammen 430 Quadratmetern, Platz für bis zu 120 Personen. „Der Stil des Hauses wird bleiben“, sagt Zebi.

Die Fläche, wo derzeit der Gastronomiecontainer steht, soll wieder als Biergarten gestaltet werden. Der Landesbetrieb berichtet von rund 200 Plätzen. Zebi will sich noch nicht festlegen, ob er das Kontingent ausnutzt. „Vielleicht lieber etwas weniger, dafür mit guter Qualität“, sagt er.

Einst für einfache Gäste

Die Kleine Parkwirtschaft wurde 1785 hinter dem einstigen Stallbau errichtet. Der luxusverliebte Erbprinz Wilhelm IX. ließ die barocke Kuranlage bauen, weil dort eine kleine Heilwasserquelle entdeckt wurde. Zur Anlage, die bis heute nahezu unverändert ist, gehört das Scheunentheater Comoedienhaus und ein herrschaftlicher Vergnügungspark. Das vor Jahren mit viel Geld instand gesetzte Pferdekarussell ist ein Objekt darin. Die ganze Herrlichkeit bezahlte Wilhelm aus der Vermietung von Hanauer Soldaten an seinen Vetter, den britischen König Georg III., der gegen die Unabhängigkeit Amerikas kämpfte. Das Kurbad war über Jahre dem Adel und den Wohlhabenden vorbehalten. Für die einfachen Leute gab es die Kleine Parkwirtschaft, abseits der Kurpromenade.

Für Gastronom Zebi und sein Team sind die nächsten Tage nicht nur von Aufbruchlaune, sondern auch viel Arbeit bestimmt. Ein Teil der Küche wird in der neuen alten Wirkungsstätte eingebaut. Daher ist der Betrieb ab Montag, 20. September, bis zur Wiedereröffnung geschlossen, so Zebi.

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