Comic_110920_1
+
Selbstporträt: Franziska Becker im Atelier.

Hanau

Cartoonistin Franziska Becker ausgezeichnet

Die renommierte Künstlerin Franziska Becker erhält den Ludwig-Emil-Grimm-Preis. Ihre Werke werden auf einer Sonderausstellung im Schloss Philippsruh zu sehen sein.

Die Karikaturistin, Cartoonistin und Malerin Franziska Becker wird mit dem Ludwig-Emil-Grimm-Preis der Stadt Hanau geehrt. Nach Angaben der Stadt haben sich der Magistrat und eine Jury, der etwa Victoria Asschenfeldt von den städtischen Museen sowie Achim Frenz, Leiter des Frankfurter Caricatura-Museums, angehören, für die 1949 in Mannheim geborene Künstlerin ausgesprochen. Die Verleihung des mit 2500 Euro dotierten Preises und eine Sonderausstellung in Schloss Philippsruhe sollen im Frühjahr 2021 stattfinden.

Die Auszeichnung soll an den weniger bekannten „Malerbruder“ der Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm erinnern. Ludwig Emil illustrierte nicht nur die Kinder- und Hausmärchen seiner Brüder, sondern überzeugte mit Porträts von Protagonisten der Romantik und zeichnete bissige Karikaturen.

Die bisherigen Preisträger sind Hans Traxler, Greser & Lenz sowie F. W. Bernstein. Becker ist somit die erste Frau, die den Ludwig-Emil-Grimm-Preis erhält. Sie zeichnet sowohl tagespolitische Karikaturen und Bildgeschichten als auch großformatige Bilder und überzeugte Jury sowie Magistrat auch mit ihrem breiten Themenspektrum: Die Karikaturistin setzt sich in ihren Werken beispielsweise mit Männern, Kirche, Tieren, Esoterik, Mode, Alter, Krieg auseinander, aber auch mit Bundespolitik, Science Fiction und Reisen, oft ist Selbstironie dabei.

Franziska Becker ist die erste Frau, die den Hanauer Grimm-Preis erhält.

Becker, die sich seit den 70er Jahren in der feministischen Bewegung engagiert und nach ihrer Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin unter anderem bei Markus Lüpertz an der Kunstakademie Karlsruhe studierte, hat etwa 20 Bücher publiziert und zahlreiche Plakate und Kalender gestaltet. Ihr erster Cartoon wurde 1977 in der Zeitschrift Emma veröffentlicht, darüber hinaus arbeitete Becker zum Beispiel für Medien wie Titanic, Stern oder den Schweizer Tagesanzeiger. Alice Schwarzer hob einmal den „unbestechlichen Blick“ von Franziska Becker hervor, „der zugleich gemein und liebevoll sein kann, immer aber treffsicher und anarchistisch“ sei.

Die in Köln, im Bergischen Land und Philadelphia lebende Becker ist bereits mehrfach preisgekrönt, etwa mit dem Max und Moritz-Preis als „Bester Deutscher Comic-Künstler“ sowie dem „Göttinger Elch“.

Die geplante Ausstellung, bei der die Hanauer Museen mit dem Caricatura kooperieren werden, soll im Parterre des Nordflügels von Schloss Philippsruhe gezeigt werden. In dem Frankfurter Museum gab es bereits 2010 eine Werkschau mit etwa 300 Karikaturen, Cartoons und Bildern von Becker.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare