Größer und digitaler ist der neue Bürgerservice im City-Center in Hanau.
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Größer und digitaler ist der neue Bürgerservice im City-Center.

Hanau

Bürgerservice im Einkaufszentrum

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die neue Anlaufstelle im City Center Kurt-Blaum-Platz 8 in Hanau soll auch durch Digitalisierung Wartezeiten verhindern.

Im Vorraum kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten an einem Automaten seinen Pass abholen, gegen eine Extrazahlung und wenn der Fingerabdruck registriert ist. Im Eingangsbereich, neben der Information, können sich Bürger an einem Terminal spontan anmelden, ein Ticket ziehen und im lounge-artigen Wartebereich Platz nehmen. Allerdings sollten sie das nur bei Leistungen tun, die wenig Zeit brauchen, wie die Steuer-ID. Ansonsten werden Termine vorab vergeben. Und die Kunden an den digital ausgestatteten, papierlosen Schaltern von „Verwaltungs-Allroundern“ bedient, die sich – so das Ziel – etwa sowohl mit Pässen als auch mit Kfz-Zulassung auskennen.

Der neue Bürgerservice

Die neue Anlaufstelle befindet sich im Einkaufszentrum City Center Kurt-Blaum-Platz 8. Sie wird am heutigen Dienstag eröffnet. Während der Corona-Pandemie gelten folgende Servicezeiten: montags, dienstags, donnerstags und freitags 8 bis 13 Uhr, mittwochs 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr. Samstag ist geschlossen.

Zusätzlich zum Pass- und Einwohnerwesen übernimmt die Einheit Anfang Januar 2021 die Kfz-Zulassung. Insgesamt gibt es 24 Schalter. Fünf bis zehn Minuten Wartezeit nach dem online vereinbarten Termin sind das Ziel.

Weitere Infos : www.hanau.de.

Diese und andere Neuerungen kennzeichnen den „Hanau Bürgerservice“, der heute eröffnet wird. Die Anlaufstelle für Pass- und Meldeangelegenheiten ist aus dem Rathaus am Marktplatz in das Einkaufszentrum „City Center“ am Kurt-Blaum-Platz gezogen und wird Anfang Januar um die Kfz-Zulassung erweitert, die Hanau vom Main-Kinzig-Kreis übernimmt. Im neuen Amt 33 rechnet man laut OB Claus Kaminsky (SPD) mit 120 000 Bürgerkontakten pro Jahr. Dafür werden die rund 20 Stellen aus dem früheren Stadtladen in etwa verdoppelt, wobei sich die Beschäftigten jedoch auch um die Zulassung kümmern müssen.

Kaminsky und der zuständige Stadtrat Thomas Morlock (FDP) sprechen von „Synergien“ sowie einem modernen Bürgerservice, der auf dem neuesten Stand sei, und wo Wartezeiten auch mit Hilfe von Digitalisierung vermieden würden. Sie räumen ein, dass der Stadtladen in die Jahre gekommen war und die Situation dort zuletzt problematisch gewesen sei. Es gab oft lange Schlangen, auch wegen Personalengpässen. Nun soll alles effizienter und kundenfreundlicher laufen. Gleichzeitig setzt die Stadt verstärkt auf Digitalisierung. Die Möglichkeiten, online Verwaltungsakte zu erledigen – derzeit sind es lediglich 23 –, werden ausgebaut.

Die Servicefläche wurde ebenfalls ungefähr verdoppelt, auf 1450 Quadratmeter im Erdgeschoss des Centers, hinzu kommen rund 250 Quadratmeter mit Büros im ersten Stock. Die Stadt lässt sich das viel kosten. Nach eigenen Angaben nimmt der Center-Eigentümer, die Corestate Capital Advisors GmbH, im Erdgeschoss üblicherweise 15 Euro (brutto) Miete pro Quadratmeter, in der ersten Etage 13 Euro. Der Mietvertrag laufe zunächst 20 Jahre, mit Option auf Verlängerung. Für den Umbau habe die GmbH einen siebenstelligen Betrag ausgegeben.

Das Center war in Schwierigkeiten geraten. Zwar hat es im zweiten Stock noch den Elektromarkt Saturn als Mieter, doch Karstadt Sports hat den ersten Stock verlassen, Rewe das Erdgeschoss schon vorher. In letzterem sind trotz Bürgerservice noch 2500 Quadratmeter frei, laut Vermieter laufen Verhandlungen.

Die mangelnde Frequenz im Center macht auch den umliegenden Händlern zu schaffen. Kaminsky sagt, er erhoffe sich einen positiven Nebeneffekt durch den Bürgerservice. Er könnte der Gegend wieder mehr Kundschaft bringen.

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