Hanau

Bangen um 500 Arbeitsplätze bei Hitachi-ABB

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Kritik kommt aus der Politik an den Hitachi-ABB-Schließungsplänen. Das asiatische Unternehmen will den Standort in Hanau im kommenden Jahr schließen.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat die Absicht von Hitachi-ABB Powergrids in Zürich verurteilt, den Standort Großauheim mit 500 Beschäftigten zum 30. Juni 2021 zu schließen, teilt die Verwaltung mit. Das sei am Mittwoch bekanntgeworden. Der OB versichert den Beschäftigten seine Solidarität und Unterstützung. Er hoffe auf Einsicht beim Management. Erst zum 1. Juli war der Standort von dem asiatischen Unternehmen zu 80 Prozent übernommen worden.

Die jetzt verkündete Entscheidung sei ein „Vertrauensbruch gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber auch gegenüber der Stadt“. Die Belegschaft habe erst vor nicht allzu langer Zeit einen schmerzhaften Stellenabbau hinnehmen müssen, um die Profitabilität des Werkes zu sichern, was bisher auch gelungen sei. Und dass mitten in der Corona-Pandemie eine solche Entscheidung verkündet werde, sei „geradezu abstoßend“, so der OB. Der Wegfall von insgesamt 500 Arbeitsplätzen sei für die Menschen niederschmetternd und für den Wirtschaftsstandort Hanau ein herber Rückschlag. Im Vergleich zu eigentümergeführten Unternehmen, die in der Corona-Zeit trotz teils großer wirtschaftlicher Probleme um jeden Arbeitsplatz kämpften, sei das Verhalten des Hitachi-ABB-Managements „geradezu kaltherzig“. Der OB sei sowohl mit dem Betriebsrat als auch der hiesigen Hitachi-ABB-Werksleitung in Gesprächen.

„Reine Profitgier“

Auch die Linke-Landtagsabgeordnete Saadet Sönmez solidarisiert sich in einer Erklärung mit den Beschäftigten. „Ein profitables Werk mit 500 Beschäftigten, die schon in den letzten Jahren Einschnitte hinnehmen mussten, soll nun nach dem Willen des Arbeitgebers platt gemacht werden. Hitachi-ABB Powergrids schien wohl von Anfang nicht daran interessiert zu sein, in den Standort Großauheim zu investieren, sondern Produktion und Know-how zu verlagern. Das Ende stand wohl schon bei Übernahme des Werkes fest“, so Sönmez.

Beim Kampf um den Standort könnten sich die Beschäftigten der Unterstützung der Linken sicher sein. „Wir werden an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie des Betriebsrates und der IG Metall stehen. Die Entscheidung von Hitachi-ABB Powergrids zeigt deutlich auf, dass nicht die Corona-Pandemie die Lebensgrundlagen von 500 Beschäftigte und ihren Familien vernichtet, sondern die reine Profitgier.“

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