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Marion Bayer ist auch für die Diakonische Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis aktiv. Monika Müller
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Marion Bayer ist auch für die Diakonische Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis aktiv. Monika Müller

Frankfurt/Hanau

Hanau: Auszeichnung für Seenotretter am Telefon

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Die Stiftung Pro Asyl ehrt an diesem Samstag zwei Hanauer vom „Watch the Med – Alarmphone“, die viele Geflüchtete vor dem Ertrinken bewahrt haben.

Sie sind an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr erreichbar, wenn Geflüchtete im Mittelmeer in Gefahr geraten, und halten Kontakt zu ihnen. Alarmieren zivile Rettungsschiffe, Frachter, die Küstenwache. Eine anspruchsvolle und aufreibende Aufgabe, auch weil staatliche Akteur:innen sich oft weigern, Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten, oder sie sogar angreifen.

Die in mehr als 15 Ländern aktiven rund 200 Ehrenamtlichen von Watch the Med – Alarmphone, einer internationalen Hotline für Geflüchtete in Seenot, haben seit ihrem Beginn 2014 mit mehr als 3700 Booten kommuniziert und viele Menschen vor dem Tod bewahrt. Am heutigen Samstag werden Marion Bayer (Hanau), Hela Kanakane (Tunis) und Hagen Kopp (Hanau) stellvertretend für das Netzwerk mit dem Menschenrechtspreis 2020/2021 der Stiftung Pro Asyl ausgezeichnet – für ihren „unermüdlichen Einsatz für Schutzsuchende“, wie die Stiftung schreibt. Mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis ehrt sie seit 2006 Menschen, „die sich in herausragender Weise für die Achtung der Menschenrechte und den Schutz von Flüchtlingen“ engagieren. Neben dem Preisgeld – diesmal 10 000 Euro – erhalten die Ausgezeichneten die Plastik der Pro-Asyl-Hand des Künstlers Ariel Auslender.

Über die Motivation, die Hotline aufzubauen, sagte Hagen Kopp der FR einmal: „Die vielen Toten vor Lampedusa haben uns geprägt. Wir wollten nicht zuschauen, sondern intervenieren.“ Auch gegen eine „aggressive Abschottungspolitik“, die für den Tod vieler Menschen verantwortlich sei. Wie Geflüchtete das Alarmphone kontaktieren können, erfahren sie unter anderem über soziale Medien.

Vor den Aktivist:innen der Hotline hat die Stiftung Pro Asyl etwa Stefan Schmidt geehrt, der als Kapitän der Cap Anamur 2004 vor der Küste Lampedusas 37 Flüchtlinge rettete, sowie den Journalisten Fabrizio Gatti, der aufdeckte, wie italienische Behörden 2013 vor der Insel 216 syrische Asylsuchende ertrinken ließen.

Bayer, Kanakane und Kopp stünden „in der Tradition früherer Preisträger:innen“, erklärt Karl Kopp, Stiftungsvorstand und Leiter der Europaabteilung von Pro Asyl. In enormen Drucksituationen leisteten sie einen ganz konkreten, riesigen Beitrag für Menschenrechte insbesondere für das Recht auf Leben. Sie dokumentierten „in Echtzeit“ Verstöße wie völkerrechtswidrige Push-backs, die sonst kaum öffentlich würden. Mit vorbildlicher Zusammenarbeit über Grenzen hinweg schafften sie es, alle Schichten zu besetzen, stets erreichbar zu sein. „Wir brauchen Menschen, die mit großer Hartnäckigkeit so ein Netzwerk aufbauen.“

Weitere Infos: www.proasyl.de

Hagen Kopp setzt sich seit den frühen 1990er Jahren für Geflüchtete ein. Gregor Haschnik

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