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Bröselig: Die HIS-Experten klopfen den Brückenunterbau ab.

Hanau

Marode Brücke in Hanau

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Experten haben sich ein Bild von den Schäden der Auheimer Brücke gemacht: Es bröselt und bröckelt. Die Entscheidung, ob saniert oder abgerissen und neu gebaut wird, soll im Frühjahr fallen.

Mit Hammer und Meißel von der Hebebühne aus haben sich Experten des Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) ein Bild von den Schäden am Unterbau der Auheimer Brücke verschafft. Das teilt die Verwaltung mit.

Der stellvertretende HIS-Leiter Jörg Herchenröder und Brückenbauingenieurin Angelika Biesterfeld hätten die Brücke buchstäblich abgeklopft. Die endgültige Entscheidungshilfe, ob sie saniert oder abgerissen und neu gebaut wird, werde ein Gutachter im Frühjahr liefern.

Die letzte turnusmäßige Brückenhauptprüfung, die alle sechs Jahre vorgeschrieben ist, sei im Jahre 2016 gewesen und habe eine Zustandsnote von 4 ergeben. Unter anderem seien Schäden an den Betonplatten festgestellt worden, so dass als Vorsichtsmaßnahme engmaschige Fangnetze an beiden Ufern erneuert wurden, um Passanten zu schützen.

An einigen Stellen habe man starke Betonabplatzungen feststellen müssen. Der Beton sei größtenteils durchgefeuchtet, habe Ausblühungen und sei locker. Die Beton-Fahrbahnplatte habe Abplatzungen, Kiesnestern, freiliegende Bewehrungsteile und Hohlstellen.

„Nach mehr als einem Jahr Suche und zahlreichen Anfragen an 18 Ingenieurbüros für die Sonderprüfung im Frühjahr 2020 haben wir endlich ein Büro finden können“, erklärt HIS-Chef Markus Henrich in der Mitteilung. Eine frühere Beauftragung sei wegen der derzeit hohen Auftragslage und der geringen Kapazitäten im Baugewerbe nicht möglich gewesen.

Die denkmalgeschützte Auheimer Mainbrücke sei 1882 gebaut worden und verbinde Klein- und Großauheim, erklärte HIS. Das Haupttragwerk bestehe aus Stahl, wobei die gesamte Fachwerkkonstruktion genietet sei. Seit 1988 sei die ursprüngliche Straßenbrücke wegen geringer zulässiger Lasten nur für den Fuß- und Radverkehr zugelassen. Parallel zu der Brücke verlaufe ein weiterer Überbau, der für die Odenwaldbahn genutzt werde und dementsprechend in Bahnbesitz sei. Er sei nicht Teil der Untersuchung gewesen. jo

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