Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hanau: Bei der Mahnwache der Initiative 19. Februar kritisierte auch der Überlebende Piter Minnemann die Polizei.
+
Bei der Mahnwache der Initiative 19. Februar kritisierte auch der Überlebende Piter Minnemann die Polizei.

Kritik an Polizei

Gefahr durch Vater des Täters von Hanau: Initiative fordert Überwachung

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Von dem 73-jährigen Vater des Täters von Hanau soll ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgehen. Es gibt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizei.

  • Im Februar 2020 tötet ein rassistischer Attentäter in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Eine Initiative hält eine Mahnwache ab und kritisiert die Behörden scharf.
  • Das Nichthandeln der Polizei soll Hinterbliebende gefährdet haben.

Hanau – Mit einer Mahnwache nahe dem Wohnhaus des Attentäters Tobias R., einem unauffälligen Reihenhaus im Hanauer Stadtteil Kesselstadt, klagten am Dienstag (29.12.2020) die Initiative 19. Februar, Hinterbliebene und Überlebende die Polizei an. Der 43-jährige R. hatte am 19. Februar in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln ermordet sowie später seine Mutter und sich selbst getötet.

Hanau: Initiative 19. Februar reicht Dienstaufsichtsbeschwerde ein

Die Opferfamilien seien nicht von den Behörden über das Gefährdungspotenzial informiert worden, das vom Vater des Täters, Hans-Gerd R., ausgehe. Der Polizei sei jedoch seit April bekannt, dass der 73-Jährige das gleiche völkisch-rassistische Gedankengut hege wie sein Sohn. Die Initiative 19. Februar hat überdies am Montag in Einvernehmen mit den Opferfamilien über einen Anwalt eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen unbekannt beim Polizeipräsidium Südosthessen eingereicht.

„Die Polizei hat eine Gefährdetenansprache unterlassen und damit den Hinterbliebenen unwissentlich einer Gefahr ausgesetzt“, erläutert Hagen Kopp von der Initiative 19. Februar. Man habe erst Mitte Dezember aus einem Bericht des „Spiegel“ über die Gefährlichkeit des Vaters erfahren. Die Nichtinformation der Hinterbliebenen über einen langen Zeitraum, sei „eine nicht hinnehmbare und schuldhaft pflichtwidrige Unterlassung“, heißt es in der Dienstaufsichtsbeschwerde, in der auch noch einmal auf Besorgnis erregenden Äußerungen des Vaters nach der Tat seines Sohnes eingegangen wird. Hans-Gerd R. fordert etwa das Entfernen aller Gedenkstätten zum 19. Februar und vom Generalbundesanwalt die Entsperrung der Internetseite seines Sohns mit rassistischem Inhalt sowie die Herausgabe der Tatwaffen samt Munition. Laut FR-Information verfügt Hans-Gerd R. weder über eine Waffenbesitzkarte, noch einen Waffenschein.

Initiative 19. Februar fordert Führerscheinentzug für den Vater des Täters

Die Initiative wie auch Opferfamilien forderten am Dienstag die Polizei zum sofortigen Handeln auf. Laut Kopp müsse Hans-Gerd R. der Führerschein entzogen und sein Auto beschlagnahmt werden. „Es besteht die Gefahr, dass er etwa Kinder überfährt, die nicht deutsch aussehen.“ Sollte die Polizei nicht eine ständige Präsenz vor R. Haus zeigen, um das Umfeld zu schützen, werde es eine Dauermahnwache vor dem Haus geben, die die Stadt bereits genehmigt habe, so Kopp. Polizeisprecher Rudi Neu sagt der FR, dass es ständig eine Gefährdungslagebewertung gebe. Zurzeit gehe von R. keine Gefährdung aus, sagt Neu.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) kritisiert in einer Stellung die Ermittlungsbehörden nicht nur das Schweigen der Behörden nach dem Spiegel-Bericht, sondern auch, „dass die Aufklärung so schleppend verläuft und so viele Fragen der Angehörigen nach wie vor offen sind“. Das stelle das Vertrauen in unseren Staat auf eine harte Probe, so der OB.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare