Junge Leute trainieren in der Talentewerkstatt fürs Berufsleben und brauchen Unterstützung. Die Service-Clubs helfen.
+
Junge Leute trainieren in der Talentewerkstatt fürs Berufsleben und brauchen Unterstützung. Die Service-Clubs helfen.

Hanau Weihnachtsmarkt

Glögg mit sozialem Hintergrund

Die Hanauer Service-Clubs – vom Inner Wheel Club über Lions , Rotarier und Soroptimist International bis Zonta – schenken wieder heiße Getränke und Suppe auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt aus. Der Erlös ist für die Talentewerkstatt bestimmt.

Von Anne Lorenc

Es macht doppelt Spaß, für einen guten Zweck zu trinken, zu essen und zu feiern. Aus diesem Grund haben sich die Hanauer Service-Clubs – vom Inner Wheel Club über Lions , Rotarier und Soroptimist International bis Zonta – entschlossen, wieder gemeinsam einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt zu betreiben. Der Erlös aus dem Verkauf von Suppen, Glögg und heißem Saft geht in diesem Jahr an die Talentewerkstatt. Sie wird von der Gesellschaft für Wirtschaftskunde (GfW) getragen und bietet jungen Leuten praktische Berufserprobung im Zwei-Wochen-Takt.

An Schraubstöcken und Beeten mit eifrig beschäftigtem Gärtner- und Metaller-Nachwuchs vorbei führte gestern der Weg der Organisatoren in einen Raum der Talentewerkstatt in der Martin-Luther-King-Straße, wo sie ihren Plan vorstellten.

Im vergangenen Jahr hatten sich elf Clubs erstmals über Programm- und Geschlechtergrenzen hinweg zusammengefunden und in einer prominent platzierten Hütte auf dem Marktplatz weihnachtliche Leckereien verkauft. Der Erlös von über 14.000 Euro war an die Hanauer Hospizbewegung gegangen. In diesem Jahr schlossen sich zwei weitere Clubs an, sodass während des Weihnachtsmarktes rund 300 Clubmitglieder als ehrenamtliche Hüttenwirte aktiv sein werden.

„Glögg“ aus gutem Wein

Es ist ein Engagement, das Spaß macht, versicherte Verena Reelfs von Zonta, die Sprecherin der teilnehmenden Serviceclubs. In mehreren Schichten pro Tag, vier Wochen lang ohne Pause, jeweils zu viert an den Schöpfkellen, ergäben sich auch ganz neue Kontakte untereinander. Schließlich sind einige Clubs nur Frauen und andere nur Männern vorbehalten. Einig sind sie sich darin, dass an diesem Stand nur Gutes angeboten wird. Kein billiger Fertig-Glühwein, sondern „Glögg“ aus richtig gutem Wein. Und qualitativ hochwertige Säfte, wie Reelfs ankündigte. In der Hanauer Geschäftswelt habe man großzügige Sponsoren gefunden.

Die Talentewerkstatt hat unter drei Bewerbern das Rennen gemacht. Projektleiterin Daniela Grund hatte mit Verve und professionell die Trommel für ihre Einrichtung gerührt. Der GfW-Geschäftsführer Reinhold Maisch stellte gestern bei der Pressekonferenz die Einrichtung noch einmal vor und bestätigte die Club-Repräsentanten darin, eine gute Wahl getroffen zu haben.

Das Bildungswerk der regionalen Wirtschaft, so Maisch, versuche seit vielen Jahren, Jugendliche mit schulischen, sozialen und psychischen Problemen an eine Ausbildung heranzuführen. Seit vier Jahren gebe es die Talentewerkstatt, in der Schüler des achten Jahrgangs sich zwei Wochen lang ganz praktisch in sechs bis acht Berufsfeldern erproben können. Noch im Dezember werde der 2000. Absolvent erwartet.

Rudi Völler kommt

Oberbürgermeister Claus Kaminsky fungiert als Schirmherr für den Club-Auftritt beim Weihnachtsmarkt. Er lobte das Vorhaben, gemeinschaftlich etwas Gutes zu schaffen, ebenso wie die Wahl der Begünstigten. „Wir dürfen keinen jungen Menschen zurücklassen – denn sie sind ja trotzdem da“, unterstrich er die Arbeit der Talentewerkstatt.

Ganz wichtig sei das Signal, gebraucht und wertgeschätzt zu werden – auch wenn es in der Schule keine Erfolgserlebnisse gebe, sagte Kaminsky. Und er bedankte sich bei der Agentur für Arbeit, die zugesagt hat, den Erlös der Clubs zu verdoppeln. Jetzt müssten die Hanauer nur noch kräftig zulangen. Vom 29. November bis zum 22. Dezember haben sie Zeit, den Kassenstand zu erhöhen. Zum Auftakt am Freitag, 29. November, um 17 Uhr werden übrigens die Fußball-Helden Rudi Völler und Thomas Berthold am Stand erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare