Tierschutz

Gequälten Hunden in Hanau schnell geholfen

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Das Mainz-Kinzig-Veterinäramt ist eines der besten der Republik. Das sagt die Tierrechtsorganisation Peta.

Die Tierrechtsorganisation Peta hat das Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises zu einen der fünf besten des Jahres 2019 gekürt. Die Behörde habe „schnell und konsequent“ durchgegriffen, als sie von Peta über Missstände in einem Hundezentrum in Hanau-Klein Auheim hörte. Im August habe ein Whistleblower die Organisation darüber informiert, dass dort Hunde zum Teil 22 Stunden und länger in enge Transportboxen gesperrt und mit Gegenständen geschlagen wurden.

Das Veterinäramt habe nach dem Hinweis mit Unterstützung der Polizei „unverzüglich“ die Einrichtung kontrolliert, bestätigt der Sprecher des Landkreises, John Mewes, der Frankfurter Rundschau. „Dabei wurden massive Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und andere Vorschriften festgestellt und dokumentiert.“ Seinen Angaben zufolge wurden zehn besonders auffällige Hunde sofort weggebracht. Es wurden verschiedene kurzfristige Auflagen verhängt und auch kontrolliert.

Dabei beließ es die Behörde nicht. Sie wertete die gesammelten Fakten aus, bereitete sie auf und brachte sie bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige, sagt Mewes. Aktuell laufe ein aufwendiges Verfahren gegen die Betreiberinnen der Einrichtung mit den üblichen Schritten wie Anordnung, Stellungnahme, Anhörung, Widerspruch, Akteneinsicht.

Die Dokumentation liste „eine Reihe von gravierenden Verfehlungen“ auf und beschreibe teilweise auch bei anderen Tieren, etwa Ziegen und Pferden, „gefährliche und unzumutbare Zustände“. Der Betrieb einer Hundetagesstätte sowie einer Hundeschule dürfe derzeit lediglich unter strengen Auflagen und mit einer festgelegten Tierzahl weiterlaufen. Inhaltliche Details könne der Landkreis aufgrund des anstehenden Verfahrens nicht öffentlich nennen, sagt der Sprecher. „Bis zur abschließenden Entscheidung des Gerichts wird es voraussichtlich Monate dauern.“ Peta hatte gefordert, den Betreiberinnen die Betriebsgenehmigung zu entziehen und ein Tierhalteverbot zu erlassen.

Seit acht Jahren kürt Peta die fünf besten und fünf schlechtesten Veterinärbehörden. Zur zweiten Kategorie gehörte 2014 der Wetteraukreis. Peta wirft ihm vor, versäumt zu haben, den Tod eines Zirkuselefanten zu verhindern. In diesem Jahr sind keine weiteren hessischen Ämter auf der Liste der Organisation.

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