Hanau

Gegen Leerstand und Langeweilein der Hanauer Innenstadt

Die Stadt will Immobilien im Zentrum kaufen und aufwerten. Sie will nachhaltigen Handels- und Gastronomiekonzepten eine Chance geben.

Der Hanauer Magistrat möchte die Entwicklung der Innen- sowie der Altstadt stärker beeinflussen und vor allem negativen Tendenzen im Einzelhandel, etwa Leerständen und zu vielen Handy- oder Friseurläden, entgegenwirken. Ein Ziel: Mitentscheiden, welche Konzepte in Läden umgesetzt werden.

Dazu soll die Stadt über Vorkaufsrechte Immobilien kaufen und sogenannte städtebauliche Maßnahmen starten. Der Magistrat hat am Montag auf Vorschlag von OB Claus Kaminsky (SPD) beschlossen, diese beiden Strategien auf den Weg zu bringen, teilt die städtische Pressestelle mit. Das Parlament entscheidet im Dezember darüber. „Hinter vielen Immobilienverkäufen steckt keine Idee, unsere Stadt schöner oder besser zu machen“, so Kaminsky. Das führe zu „einem neuen Trading-Down-Effekt“. Eine Folge: ausbleibende Kundschaft.

Laut Martin Bieberle, dem Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, sei der Standort Hanau durch den Umbau der Innenstadt gestärkt worden. In Teilen der Innenstadt zeigten sich aber „erste gegenläufige Tendenzen“. Ein Grund seien „rein am maximalen Verkaufserlös orientierte Immobilienverkäufe“. Mit Mitteln wie dem Vorkaufsrecht, die das Baugesetzbuch (BauGB) Kommunen bietet, wolle die Stadt dafür sorgen, dass Händler und Gastronomen mit nachhaltigen Ansätzen zum Zuge kommen. Zwei Satzungen sollen der Stadt das Recht sichern, Häuser und Grundstücke zu erwerben, eine für die Innenstadt, eine für das „Urbane Gebiet Altstadt Hanau“.

Darüber hinaus wird voraussichtlich eine Studie zum Ist-Zustand im Hanauer Zentrum sowie zu den Zielen erarbeitet. Dann folgen konkrete Vorschläge etwa für neue Bebauungspläne oder Sanierungssatzungen. Nach eigenen Angaben bindet die Stadt den Hanau Marketing Verein, die IHK, die Eigentümervertretung Haus und Grund und weitere Akteure in die Initiative ein. gha

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