Hanau

Fake News im Netz nach Anschlag in Hanau

  • schließen

Oberbürgermeister Claus Kaminsky mahnt zur Vorsicht in Zusammenhang mit dem Attentat in Hanau. Man solle die Quellen von Spekulationen hinterfragen.

Zur Besonnenheit und Vorsicht im Umgang mit den derzeit sich im Internet verbreitenden Informationen rund um den Anschlag in Hanau fordert Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) auf. Er mahnt, die jeweiligen Quellen der Spekulationen zu hinterfragen.

Aus Sicht des Landeskriminalamts gebe es derzeit „keinen Grund, im Zusammenhang mit dem Attentat von einer akuten weiteren Gefahr auszugehen“. Allen Hinweisen zum Tathergang gingen Landes- und Bundeskriminalamt unter Leitung des Generalbundesanwalts akribisch nach. Zentral gesammelt würden diese Hinweise sowie Fotos oder Videos unter anderem auf dem eigens dafür eingerichteten Portal www.bka-hinweisportal.de. Die telefonische Kontaktaufnahme ist unter Telefon 08 00 / 0 13 01 10 möglich. Zu höchst fragwürdigen Spekulationen zähle Kaminsky laut der Mitteilung etwa die per Video verbreiteten Verschwörungstheorien. Darüber hinaus kritisiert er Falschinformationen auf der Basis purer Vermutungen und aus dem Zusammenhang gerissene Sprach-, Text- oder Videonachrichten.

Als ein Beispiel dafür nennt er ein Video in den sozialen Netzwerken von einem angeblichen Naziaufmarsch in Wolfgang wenige Stunden nach der Mahnwache am Donnerstagabend. Sofort sei zur Gegendemo aufgerufen worden. Tatsächlich aber zeigte das Video einen Zug antifaschistischer Demonstranten in der Leipziger Straße unter polizeilicher Begleitung. Darüber hinaus kursierten viele Sprachnachrichten von angeblichen Augenzeugen des Anschlags, die definitiv falsch seien.

Ganz persönlich erfahren, wie Wahrheit verdreht werden könne, habe der OB in der Tatnacht gemacht, als er von der „Bild“ live per Telefon interviewt worden sei. In einem Video werde verbreitet, dass die Zeitung dem OB per Skript vorgeschrieben habe, was er sagen dürfe. „Das ist völliger Quatsch. Als ich angerufen wurde, habe ich spontan geantwortet. Dafür gab es weder eigene noch fremde Notizen geschweige denn einen vorgeschriebenen Text.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare