+
Junge und ältere Hanauer fordern gemeinsam eine „Politik für eine qualitative Zukunft“

Fridays for future

Erste Kundgebung in Hanau

  • schließen

160 Teilnehmer werden bei der ersten Kundgebung in Hanau gezählt. Das sind mehr als erwartet.

Mit 50 Schülern hatte das Jugendbündnis MKK gerechnet. Doch dann kamen rund 160 Teilnehmer zur ersten Hanauer „Fridays for Future“-Kundgebung. Nicht nur Schüler und jungen Erwachsene traten laut für ihre Überzeugungen und gegen den Ausverkauf ihrer Zukunft an. Auch viele Ältere schlossen sich der Kundgebung auf dem Freiheitsplatz am Freitagnachmittag an.

Damit ging die Strategie der Organisatoren, des Jugendbündnisses MKK, dem die DIDF-Jugend Hanau, die Grüne Jugend Main-Kinzig, die Jusos Hanau und die DGB-Jugend-Südosthessen angehören, auf. Denn die hatten Zeit und Ort der Kundgebung – um 13 Uhr auf dem Freiheitsplatz – absichtlich so gewählt. „Wir wollten die Schüler, die dort mittags nach der Schule in die Busse steigen und nach Hause fahren, abfangen und motivieren, mitzumachen“, sagt die 27-jährige Studentin Zuhal Okcu von der DIDF-Jugend in Hanau. Freitagvormittag hatte sie noch gehofft, dass es mehr als die 50 Teilnehmer werden, die das Jugendbündnis MKK angemeldet hatte bei der Stadt. Sie wurde nicht enttäuscht. Und weil es so viele waren, durften sich die Demonstranten – wie zuvor mit den Sicherheitskräften abgesprochen – auch in Bewegung setzen und vor das Rathaus und zum Marktplatz ziehen.

„Wir wollen, dass sich auch die Hanauer Jugendlichen Gedanken über ihre Zukunft machen“, sagt Okcu. Sie sollen eine Generation sein, die bewusster lebt, die Interesse an Politik und Umwelt hat, die ihre Meinung sagt, die etwas bewegen will und dafür auch an Wahlen teilnimmt.

„Dollarscheine sind grün, machen aber keine Photosynthese“, stand auf einem Banner, „What I stand for is what I stand on“ auf einem Plakat mit Erdkugel. Auf einem anderen: „Mama, was sind eigentlich Eisbären?“. Es gab zahlreiche Redebeiträge von Schülerinnen und Schülern aus Hanau, aber auch Gelnhausen und Freigericht, erzählt Anja Zeller, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltige Strategien der Stadt Hanau. Auch Vertreter der jungen politischen Organisationen haben geredet.

„Wir fordern, dass die Politik umweltfreundlicher wird, damit wir eine qualitative Zukunft haben“, sagt Okca. Ihr war es wichtig, mit dieser Kundgebung aber nicht nur für den Umweltschutz zu demonstrieren, sondern auch gegen den Rassismus, der sich in Deutschland und in den Ländern Europas ausbreite. Die DIDF-Jugend Hanau will nunmal lieber Brücken bauen – zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare