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Sohn Karl-Heinz Knebel (2. v. links) mit Oberbürgermeister Kaminsky (links) und Cornelia Gasche (rechts) an der Gedenktafel.

Hanau Emma Knebel

Ehrung für Hebamme

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Mit einem Platz am Klinikum ehrt die Stadt die Hebamme Emma Knebel. Damit verbunden ist auch eine Würdigung für heutige Geburtshelferinnen.

Mit einem Platz und einer Gedenktafel am Klinikum ehrt die Stadt Hanau eine Frau, die mehr als 9500 Babies auf die Welt geholfen hat: Emma Knebel arbeitete 40 Jahre lang in Hanau und Umgebung als Hebamme, bevor sie Ende der 1960er Jahre mit 73 Jahren in den Ruhestand ging. Sie habe sozusagen „einer Kleinstadt“ bei der Geburt geholfen, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Dienstagmittag, bevor er mit einem der beiden Söhne von Emma Knebel, Karl-Heinz Knebel, und der Mitinitiatorin Cornelia Gasche die Tafel mit der Lebensbeschreibung der Hebamme im kleinen Rosengarten vor dem Klinikum enthüllte. Das Straßenschild „Emma-Knebel-Platz“ steht einige Meter entfernt, am Eingang des Klinikums in der Leimenstraße am sogenannten Storchenparkplatz.

Beschlossen worden war der neue Platzname von den Stadtverordneten im November 2013 auf Vorschlag von SPD-Fraktionschefin Gasche. Die Initiative kam vom Zonta Club Hanau, der nun auch die Tafel bezahlt hat.

Die Ehrung für die 1988 verstorbene Emma Knebel drückt auch die „hohe Wertschätzung für den Beruf der Hebammen“ heute aus, heißt es auf der Gedenktafel. Das betonten auch die Rednerinnen und Redner und ließen die aktuelle Diskussion über die Haftpflichtversicherungen für Hebammen nicht aus. „Es muss etwas passieren“, sagte Monika Thiex-Kreye, Geschäftsführerin des Klinikums Hanau. Denn die Frage nach der Versicherung stelle sich nicht nur für freiberufliche Hebammen, sondern auch für die in Klinken angestellten Kolleginnen. Viele angestellte Hebammen arbeiteten auch freiberuflich, sagte Tatjana Nicin, als Bereichsleiterin Pflege für die 17 Hebammen im Klinikum Hanau zuständig. Zwar seien sie im Hanauer Klinikum sehr gut versichert, betonte Nicin. Doch an anderen Kliniken in Deutschland sei das anders.

Martina Craatz, Leiterin der Elternschule im Klinikum, berichtete von Nachwuchsmangel und davon, dass immer mehr junge Kolleginnen ganz aufgäben. Sie selbst arbeitet seit 37 Jahren als angestellte und seit 25 Jahren als freiberufliche Hebamme. Über die Ehrung ihrer Kollegin freut sie sich sehr. Wie auch Monika Weinhold, Kreisvorsitzende des Landesverbands der Hebammen. Sie richtete einen Appell an die Politiker im Bund: Nötig sei ein „Ausstieg aus der nach oben offenen Prämienspirale“ und eine „generelle, langfristige und solide Lösung“. Der Deutsche Hebammenverband setze sich für eine „definierte Haftungsobergrenze“ ein.

Auch Axel Knebel findet es schade, dass die Hebammen unter der derzeitigen Situation leiden. Als Enkel von „Mutter Knebel“ erinnert er sich auch an einen Nachteil, den seine bekannte Großmutter mit sich brachte: Der kurze Fußweg von der Leimenstraße ins Kino in der Krämerstraße konnte als Kind sehr lang werden, weil die Oma ständig von Menschen angesprochen wurde, deren Geburt sie begleitet hatte.

Gekommen war Axel Knebel mit seinem Bruder Sören, einigen Urenkeln und seinem Vater Karl-Heinz. Der Sohn zeigte sich tief bewegt von der Ehrung, die seiner Mutter nun zuteil wurde. Er erinnerte daran, dass sie allen geholfen habe, auch Frauen, die sie nicht bezahlen konnten.

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