Hanau

Duales Studium für Hebammen

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Das städtische Klinikum und das St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau sowie das Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim arbeiten mit Hochschule Fulda zusammen.

Um dem Mangel an Hebammen entgegenzuwirken, setzen das städtische Klinikum und das St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau, das Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim und die Hochschule Fulda ab Oktober 2020 ein neues Ausbildungskonzept um. Nach eigenen Angaben gehören sie zu den Ersten in Deutschland, die ein duales Studium – künftig die Regel beim Berufseinstieg – anbieten. Die Zahl der Plätze ist auf insgesamt zehn begrenzt.

Das Studium verbinde Theorie und Praxis in sehr guter Weise, sagt Esther Klug, Leiterin des Pflege- und Stationsmanagements am Klinikum Hanau. Mit Hilfe der Kooperation der Kliniken sollen die Studierenden möglichst vielfältige Erfahrungen machen können, etwa Risikoschwangere oder Wöchnerinnen mit sehr kleinen Frühchen betreuen. Das Studium beinhaltet 2200 praktische Stunden an den Krankenhäusern und 2400 Stunden für Theorie, Fachpraxis und Wissenschaft an der Hochschule.

Während des Studiums zahlen die angehenden Hebammen einen Semesterbeitrag, erhalten aber eine Ausbildungsvergütung. Am Klinikum Hanau richtet sich diese nach dem Tarifvertrag für Auszubildende in der Pflege (öffentlicher Dienst), teilt eine Sprecherin auf FR-Anfrage mit. Aktuell sind dies 1141 Euro im ersten und 1303 Euro im dritten Jahr. Die Hochschule bietet derzeit 50 Ausbildungsplätze. In Hessen arbeitet sie bei der Praxis mit acht Kliniken zusammen, hinzu kommen drei weitere aus anderen Bundesländern. Der Abschluss sei europaweit anerkannt und biete die Möglichkeit, im Anschluss einen Master zu machen und zu promovieren.

Im Hanauer Klinikum seien derzeit alle Stellen besetzt. Die Situation sei aber „häufig angespannt“, weshalb verstärkt im Ausland, vor allem in Süd- und Osteuropa um Personal geworben wurde. Um mehr Fachkräfte zu gewinnen, werde diesen beispielsweise angeboten, an den Sportangeboten am Klinikum teilzunehmen.

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