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Dieter Hog wird Spitzenkandidat

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Von: Pamela Dörhöfer

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Dieter Hog (63) ist seit  2002 CDU-Mitglied. Der Fraktion gehört er seit der Kommunalwahl 2006 an.
Dieter Hog (63) ist seit 2002 CDU-Mitglied. Der Fraktion gehört er seit der Kommunalwahl 2006 an. © pivatr

Einstimmig haben die Hanauer Christdemokraten ihren Fraktionschef nominiert. Für die CDU ist das ein ungewöhnlich harmonisches Ergebnis: Seit der Abwahl ihrer Oberbürgermeisterin Margret Härtel 2003 war die Union tief zerstritten.

Seine Ziele für die Kommunalwahl im März formuliert er verhalten: Die CDU soll wieder stärkste Fraktion werden, allerdings mit mehr als den zuletzt erreichten 29,8 Prozent. Und „stärker mitreden“ müssten die Christdemokraten, „aus der Opposition rauskommen“. Die lauten, scharfen Töne sind Dieter Hogs Sache nicht – darin unterscheidet sich der Fraktionschef von seinen Vorgängern Franz Ott und Rolf Frodl.

Bei der Kommunalwahl 2011 wird der Wirtschaftsingenieur als Spitzenkandidat für die Hanauer CDU ins Rennen gehen. Parteivorstand und Fraktion nominierten den 63-Jährigen am Montag einstimmig. Für die CDU ist das ein ungewöhnlich harmonisches Ergebnis: Seit der Abwahl ihrer Oberbürgermeisterin Margret Härtel 2003 war die Union tief zerstritten, mit Höhepunkten in den vergangenen beiden Jahren, als gleich zwei Parteivorsitzende hintereinander das Handtuch warfen und auch Fraktionschef Franz Ott auf internen Druck aus dem Amt schied. Dieter Hog selbst wurde danach mit knapper Mehrheit zum Nachfolger gewählt.

Diese Querelen sollten nun der Vergangenheit angehören, sagt der neue Spitzenkandidat – ebenso wie das finanzielle Chaos in der Fraktionskasse. Bei der CDU sei alles wieder im Lot, nur etwas mehr „Geschlossenheit in der Fraktion“ wünsche er sich noch.

Um Themen für den Wahlkampf ist dem gebürtigen Glottertaler nicht bange: Die Finanzen der Stadt müssten verbessert, das heimische Handwerk und mittelständische Firmen unterstützt werden, sagt er. Auch der Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt will sich die CDU verstärkt widmen. Das von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) geführte Bündnis aus SPD, FDP, Grünen und BfH vernachlässige beides, findet Hog: So fühlten sich viele Bürger in Bussen und abends in der Innenstadt nicht wohl. Ein Ärgernis sei zudem das achtlose Entsorgen von Müll. Die CDU will es – ähnlich wie in Frankfurt – mit Bußgeldern geahndet sehen und das in der nächsten Stadtverordnetensitzung beantragen.

Sorge bereitet der Union auch der gern als „Jahrhunderprojekt“ bezeichnete geplante Umbau der Innenstadt. Er habe ein „ungutes Gefühl“, was die Umsetzung angehe, sagt Hog, der einst begeistert vom „Wettbewerblichen Dialog“ war. Jetzt vermisst er „Geradlinigkeit“ im Rathaus, befürchtet, das von der umfänglichen Neugestaltung nur ein Bruchteil übrig bleibe. „Ich bin mir nicht mehr sicher, ob den schönen, starken Worten des Oberbürgermeisters auch verlässliche Taten folgen.“

Unterstützt wird der Spitzenkandidat in den kommenden Monaten vor allem von Monika Klosson. Die langjährige Vorsitzende der Frauenunion wurde für den zweiten Listenplatz vorgeschlagen. Ende Oktober will die CDU auf einem Parteitag ihre Kandidaten für das Parlament und die acht Ortsbeiräte bestimmen.

Ob Jürgen Scheuermann noch dabei sein wird, scheint mehr als ungewiss. Der Stadtverordnetenvorsteher war noch im vergangenen Jahr als Spitzenkandidat der Union im Gespräch, wollte damals auch den Fraktionsvorsitz übernehmen, gab letzteres aber nach öffentlicher und interner Kritik auf. Gerüchten zufolge will sich Scheuermann, hauptberuflich Leiter der Karl-Rehbein-Schule, aus der Politik zurückziehen. Er selbst war am Dienstag nicht zu erreichen.

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