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Die Schulungshunde Diego und Sancho in der AG von Biologielehrerin Jannina Prinninger.
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Die Schulungshunde Diego und Sancho in der AG von Biologielehrerin Jannina Prinninger.

Hanau

Beliebte Hilfslehrer auf vier Beine

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Otto-Hahn-Schule in Hanau gewinnt mit ihrem Schulhundprojekt erneut eine Auszeichnung.

Hunde verstehen, das kann im Fernsehen ganze Sendungen füllen, in der Hanauer Otto-Hahn-Schule sind sie ein beliebtes Thema im Unterricht. „Diego“ und „Sancho“ heißen die Akteure. Die Projekte Schulhund und Tierschutz Ag haben nach dem hessischen Tierschutzpreis und dem Preis der Quade-Stiftung nun eine Auszeichnung vom Online-Lehrermagazin „Sofatutor“ erhalten.

Die hektischen Schüler im Korridor auf dem Weg in die Bibliothek für das Fotoshooting passieren die beiden Vierbeiner in aller Ruhe. Während die FR-Fotografin dort stetig Anweisungen zum Posen gibt, bleiben Diego und Sancho gelassen und machen geduldig mit. Letzterer findet das Ganze zum Gähnen.

Das „coole Verhalten“, wie Jannina Piringer, Biologie- und Deutschlehrerin sowie Besitzerin des tierischen Duos, sagt, sei den Ausbildern im Lehrgang zum Tierschutzlehrer aufgefallen. Dort habe man ihr geraten, Diego und Sancho zum Schulhund ausbilden zu lassen. Nachdem die damalige Schulleitung und das Schulamt für das Vorhaben grünes Licht gegeben hatten, wurden die beiden ein Jahr auf die Wesensprüfung vorbereitet, „die sie mit Auszeichnung absolvierten“, sagt Piringer, die zuvor auch schon mal ein Gecko oder eine Schlange als lebendes Unterrichtsmaterial in die Schule mitnahm. Seit vier Jahren sind Diego und Sancho nun im Schuldienst - hundegerecht.

Straßenhunde

Herrenlose Hunde gibt es in vielen Ländern der EU zu Tausenden

Laut Tierrettungsvereine werden diese Streuner oft gefangen, und sollte sich kein Besitzer melden, nach einer Frist getötet.

Mehrere Organisationen versuchten, diesen Hunden aus Süd- und Osteuropa in Deutschland ein neues Zuhause zu vermitteln. (sun)

Das ausgeglichene Temperament und der freundliche Charakter soll den sechs Jahren alten Vierbeinern in den Genen liegen. „Es sind Ratonero Bodeguero Andaluz“, sagt Piringer. Eine Terrierrasse, die in ihrer Heimat Spanien auch als Weinkeller-Rattenfänger bekannt ist. Diego und Sancho sind Straßenhunde, die als Jungtiere von der Tierrettung nach Deutschland gebracht worden sind.

Zum Einsatz kommen Diego und Sancho vor allem im Biologieunterricht der 5. Klassen - auch an anderen Schulen. „Die Hunde werden für eine Doppelstunde gebucht.“ Dabei geht es weniger darum, wie so ein Hund biologisch aufgebaut ist, es geht um das Kennenlernen und um das Abbauen von Ängsten. Deshalb steht auf dem Unterrichtsplan Fell streicheln, sich Gebiss und Pfoten ansehen, sowie zu erfahren, wie Hunde kommunizieren.

„Viele Kinder haben Berührungsängste oder können sich nicht in ein Tier hineinversetzen“, so Piringer. Manch ein Schüler könne sich daher auch nicht überwinden Diego und Sancho zu berühren. „Sancho hat dabei sehr viel Empathie, er setzt sich oft neben Kinder, die ein Problem haben.“ Daher werden die Hunde ebenso im „sozialen Bereich“ eingeladen. „Die Kinder sind begeistert. Die Resonanz der Eltern ist sehr positiv“, bemerkt die kommissarische Schulleiterin Angela Kirchhoff.

Die beiden Spanier sind überdies Mittelpunkt in der Tierschutz Ag der Schule. In der Ag werden Schülerinnen und Schüler zu Tierschutzbotschafter ausgebildet, um etwa mit Diego und Sancho in Grundschulklassen zu gehen - immer mit Piringer im Hintergrund. Die elfjährige Johanna ist glücklich, es per Los in die Ag geschafft zu haben, denn auf die 30 Plätze für Fünf- und Sechsklässler gab es gut 60 Bewerbungen. Jessica, 19, macht seit drei Jahren in der Ag mit und ist mit Diego und Sancho in Klassen zu Besuch gewesen. „Die Schüler haben immer viel Spaß und gehen mit den Hunden respektvoll um. Der Renner sind die Pfotenabdrücke auf Papier“, sagt die Oberstufenschülerin.

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