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Hanauer Kinder sollen weiterhin in kommunalem Wasser schwimmen lernen.
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Hanauer Kinder sollen weiterhin in kommunalem Wasser schwimmen lernen.

Hanau Schwimmbad

Bäder bleiben kommunal

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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Die Hanauer Stadtverordnete legen sich fest: Die beiden Kombibäder sollen nicht geschlossen werden und bleiben in kommunaler Hand. CDU und FDP fordern jedoch, auch Möglichkeiten zur Privatisierung zu prüfen. SPD und Linke fordern, die Bäder für ärmere Familien erschwinglich zu halten.

Die Hanauer Stadtverordnete legen sich fest: Die beiden Kombibäder sollen nicht geschlossen werden und bleiben in kommunaler Hand. CDU und FDP fordern jedoch, auch Möglichkeiten zur Privatisierung zu prüfen. SPD und Linke fordern, die Bäder für ärmere Familien erschwinglich zu halten.

Die beiden Hanauer Kombibäder sollen nicht geschlossen werden und auf jeden Fall in kommunaler Hand bleiben. Das hat die große Mehrheit der Stadtverordneten am Montagabend gegen die Stimmen von CDU und FDP beschlossen und somit einem Antrag der Linken zugestimmt.

CDU und FDP plädierten zwar auch nicht für eine Schließung oder Privatisierung zum jetzigen Zeitpunkt, sie wollten aber zumindest, dass die Verwaltung die Möglichkeiten und Auswirkungen von eventuellen Privatisierungen prüft. Dieser Prüfantrag der CDU wurde jedoch abgelehnt.

Dennoch wird im Heinrich-Fischer-Bad in der Innenstadt und im Lindenaubad in Großauheim nicht alles bleiben, wie es ist. Das machten Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) mit Blick auf jährliche Verluste von zuletzt 2,8 Millionen Euro klar: Über die Erhöhung der Eintrittspreise werde nachgedacht. Und auch die Frage, „ob wir zwei Saunen anbieten müssen“, müsse bald entschieden werden, sagte Kaminsky. Derzeit fungieren beide Bäder als Hallen- und als Freibäder und bieten Saunen und Massagen. Die Sauna im Heinrich-Fischer-Bad wurde erst im vergangenen Jahr erneuert. Auch SPD-Parteichef Thomas Straub, der in Großauheim lebt, sprach davon, dass eine Sauna geschlossen werde könnte.

Es stand zwar nur die Vorstellung des Entwurfs des Doppeletats 2014/15 durch Kämmerer Kaminsky auf der Tagesordnung, keine Debatte darüber. Doch die Opposition ließ sich die Gelegenheit eines haushaltspolitischen Schlagabtauschs am Beispiel der Bäder nicht entgehen. So erinnerte FDP-Fraktionschef Thomas Morlock die Koalition aus SPD, Grünen und BfH an die Worte ihres Kämmerers zum Haushalt: „Keine Tabus.“ Doch nun tue die Koalition genau das Gegenteil: Im Bezug auf die Bäder baue sie ein Tabu auf, indem sie sich weigere, über andere Möglichkeiten zumindest nachzudenken.

Bäder wichtig für arme Kinder

Zudem wies Morlock darauf hin, dass es noch keine Abrechnung darüber gebe, was Sauna, Schwimmbetrieb, Massagen und Bistro im Einzelnen einbrächten und kosteten. Diese Daten seien aber nötig, um Entscheidungen treffen zu können.

Laut Stadt ist diese sogenannte Kostenträgerrechnung in Arbeit, sie solle im Juni oder Juli dem Aufsichtsrat vorgelegt werden, sagte ein Sprecher am Dienstag.

CDU-Fraktionschef Dieter Hog konnte nicht nachvollziehen, wieso die Linke diesen Antrag zu diesem Zeitpunkt überhaupt gestellt hatte. Bisher sei „von einer Schließung der Bäder nie die Rede gewesen“, sagte er und warf den Befürwortern vor, einen Nebenschauplatz zu eröffnen und „ein Gespenst an die Wand zu malen, das es nicht gibt“. Jochen Dohn (Linke) widersprach.

Wie die Redner von SPD und Linkspartei wies auch Stadtrat Weiss-Thiel auf die soziale Bedeutung der Bäder und verträglicher Eintrittspreise hin. Weiss-Thiel sprach auch vom hohen Anteil von Schülern und sagte, wenn diese ihren Sportunterricht nicht mehr in den Bädern haben könnten, bräuchte Hanau eine weitere Schulsporthalle.

Kaminsky äußerte die Einschätzung, dass gerade die Freibäder von vielen Kindern und Jugendlichen aus „prekären Einkommensverhältnissen“ besucht würden. Er frage die Politiker: „Wo wären diese Kinder und Jugendlichen sonst, wenn sie nicht im Bad sein könnten?“

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