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Vorwürfe gegen die Polizei

Anschläge in Hanau: Innenminister Peter Beuth räumt technische Probleme bei Notruf 110 ein

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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In der Nacht des Attentats von Hanau konnte die Polizeidienststelle nicht alle Notrufe entgegennehmen. Ein Opfer könnte noch leben.

  • Die Polizeistation Hanau hatte in der Nacht der Anschläge von Hanau Kapazitätsprobleme.
  • Der hessischen Innenminister Peter Beuth gesteht ein, dass nicht allle Notrufe entgegengenommen wurden.
  • Es besteht der Vorwurf an die Polizei, dass ein Opfer noch leben könnte, wenn sein Notruf angenommen worden wäre.

Hanau – Innenminister Peter Beuth (CDU) hat im Zusammenhang mit Notrufen in der Tatnacht Kapazitätsprobleme in der Polizeistation Hanau eingeräumt. „Es ist richtig, dass die Polizeistation in Hanau nur eine begrenzte Anzahl von Anrufen in dieser Nacht entgegennehmen konnte“, sagte Beuth am Dienstag (02.02.2021).

Anschläge in Hanau: 25 Notrufe in der Nacht eingegangen

Durchschnittlich liefen in Hanau täglich 80 Notrufe ein. Laut dem der Hanauer Dienststelle übergeordneten Polizeipräsidium Südosthessen gingen bis kurz nach Mitternacht 25 Notrufe mit Bezug zum Anschlagsgeschehen in Hanau ein.

Peter Beuth zufolge ist das Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach das einzige der sieben hessischen Präsidien, das aus organisatorischen und technischen Gründen noch keine Übernahme von eingehenden Notrufen aus den untergeordneten Dienststellen leisten kann. In den anderen sechs Präsidien seien die Notrufe zwischen 2016 und 2018 sukzessive zentral in die Leitstelle des jeweils zuständigen Polizeipräsidiums integriert worden. Um nun aber möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, solle noch in diesem Monat ein für Notrufe entwickeltes Weiterleitungskonzept an das Polizeipräsidium Frankfurt fertiggestellt werden, versprach Beuth.

Bei den Anschlägen in Hanau starben zehn Menschen. Innenminister Peter Beuth (CDU) gesteht nun Engpässe bei der Polizei ein.

Vorwürfe gegen Polizei: Opfer von den Anschlägen in Hanau könnte noch leben

In der vergangenen Woche hatten verschiedene Medien darüber berichtet, eines der späteren Opfer habe dreimal vergeblich versucht, den Notruf 110 zu erreichen. Vili-Viorel Paun hatte den Attentäter verfolgt, war dann aber von ihm erschossen worden. Nach den Medienberichten waren erneut Vorwürfe gegen die Polizei erhoben worden, Paun könnte noch leben, wenn der Notruf durchgegangen wäre.

Immer wieder gab es auch Mutmaßungen darüber, warum der Notausgang in der Arena-Bar in jener Nacht versperrt war. Gerüchte, wonach die Polizei die Sperrung des Notausgangs zuvor angeordnet hatte, wies Innenminister Peter Beuth zurück. Vielmehr sei es so, dass die Polizei bei einer Gaststättenkontrolle im November 2017 verschlossene Notausgänge vorgefunden und das Gewerbeamt der Stadt Hanau in einem Schreiben darauf hingewiesen habe. Dies sei aktenkundig. „Seitens der Polizei gab es jedenfalls keine wie auch immer geartete polizeiliche Weisung, diesen Fluchtweg zu versperren“, so Beuth.

Mit der Frage, ob die Polizei in Hanau Fehler gemacht habe, soll sich in der kommenden Woche auch der Innenausschuss des Landtags befassen. (Oliver Teutsch)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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